15.12.2006

Stärkerer Anstieg des Meeresspiegels?

Der Meeresspiegel könnte nach einer Studie des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung deutlich stärker steigen als bislang angenommen.

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Washington/Potsdam (dpa) - Der Meeresspiegel könnte nach einer Studie des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) deutlich stärker steigen als bislang angenommen. Bis zum Jahr 2100 könnte er zwischen 0,5 und 1,4 Meter höher liegen als 1990, heißt es in einem Beitrag des Potsdamer Ozeanexperten Stefan Rahmstorf im Journal «Science» (online vorab veröffentlicht).

Dies gelte, wenn der bisherige Zusammenhang zwischen steigenden Temperaturen und steigendem Meeresspiegel für die nächsten 100 Jahre fortbestehe, erklärt der Forscher. Infolge der Erderwärmung sei der globale Meeresspiegel im 20. Jahrhundert bereits um knapp 20 Zentimeter gestiegen, heißt es in «Science». Bislang gingen Wissenschaftler von einem weiteren Anstieg im 21. Jahrhundert um 9 bis 88 Zentimeter aus.

Die bestehenden Klimamodelle im Computer würden den heute bereits beobachteten Anstieg erheblich unterschätzen, schreibt Rahmstorf. Anstelle solcher Modellen beruhten seine Prognosen auf empirischen Beobachtungen von Lufttemperaturen und den Änderungen des Meeresspiegels.

«Die Tatsache, dass wir mit unterschiedlichen Methoden so unterschiedliche Abschätzungen erhalten, macht deutlich, wie unsicher unsere gegenwärtigen Meeresspiegelvorhersagen noch sind», räumt Rahmstorf ein. Ein wesentlicher Grund für diese Unsicherheit sei das schwer berechenbare Verhalten der großen Kontinentaleismassen in Grönland und der Antarktis.

Ein Anstieg um einem Meter oder mehr würde die Sturmflutgefahr für Küstenstädte deutlich verschärfen. Besonders gefährdet seien Städte an den Küsten des Nordatlantiks wie New York. Der Anstieg des Meeresspiegels könne begrenzt werden, indem in den kommenden Jahrzehnten der Ausstoß von Treibhausgasen stark verringert wird, heißt es in «Science» außerdem.

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