16.01.2026

Strahlenbedingte Elektronik-Defekte vermeiden

Dresdner Fraunhofer-For­schen­de ar­bei­ten an einem Open-Source-Tool, mit des­sen Hil­fe sich strah­lungs­be­ding­te Funk­tions­ver­lus­te besser ein­däm­men las­sen.

Telefon- und Fernseh­empfang, GPS-Navigations­systeme, Breitband-Internet per Satellit – ohne Elek­tronik im Weltall wäre all das nicht möglich. Doch beson­ders kosmische Strah­lung kann Bau­teile beschädigen, kurzzeitige Ausfälle, Betriebs­störungen sowie Speicher­fehler verur­sachen und die Elek­tronik schneller altern lassen. Vor allem Satel­liten, die teilweise mehrere Jahr­zehnte im Welt­all bleiben, benötigen daher beson­ders robuste, strahlungs­feste Elek­tronik. Dasselbe gilt für Medizin­produkte wie CT-Geräte, in denen energie­reiche Röntgen­strahlung einge­setzt wird.

Fraunhofer IIS, Foto: BLEND 3 Frank Grätz
Labortest: Auf einem sogenannten Wafer messen Fraunhofer-Forschende Halbleiter-Teststrukturen.
Labortest: Auf einem Wafer messen Fraunhofer-Forschende Halbleiter-Teststrukturen.
Quelle: Fraunhofer IIS / BLEND 3 Frank Grätz

Um sicherzustellen, dass Schal­tungen lang­fris­tig zuverlässig funk­tio­nie­ren, müs­sen Chip­designer be­reits beim Ent­wurf Stress­fak­to­ren für Halb­leiter­techno­lo­gien wie Strah­len­be­schuss berück­sich­ti­gen. Be­son­ders klei­ne­ren Un­ter­neh­men und For­schungs­ein­rich­tungen feh­len jedoch häufig re­le­van­te In­for­ma­tio­nen über die Gren­zen und Ei­gen­schaf­ten der Bau­elemen­te, die in den Halb­leiter-Chips ver­baut sind. So kön­nen sie oft nur ein­ge­schränkt auf inno­va­ti­ve Tech­no­lo­gi­en zu­grei­fen.

An einer Lösung arbeiten For­schen­de des Fraun­hofer-IIS ge­mein­sam mit Part­nern im Projekt Flow­Space: „Wir möch­ten Elek­tro­nik dank eines Open-Source-Tools noch ro­bus­ter und zu­ver­läs­si­ger ma­chen“, erklärt Roland Jancke, Ab­tei­lungs­lei­ter im Be­reich Ent­wurfs­me­tho­den am Fraun­hofer-IIS Ins­ti­tuts­teil Ent­wick­lung Adap­ti­ver Sys­te­me.

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So können Chip­designer zum Beispiel schon beim Entwurf den Alterungsprozess der Bau­teile mit­ein­be­zie­hen. Im Projekt simu­liert das Team um Roland Jancke im Labor, wie Bau­teile lang­fristig auf Strah­lung reagieren: Auf Basis mathe­ma­ti­scher Model­le und Mes­sungen bilden die Wissen­schaft­lerin­nen und Wis­sen­schaft­ler etwa in Ver­su­chen inner­halb weniger Tage rea­lis­tisch ab, wie ein be­stimm­tes Bau­element unter zehn­jähriger Be­strah­lung vo­raus­sicht­lich al­tert – und ob es auch dann noch funk­tio­niert.

Chipdesigner legen relevante Schaltungs­teile für strah­len­be­las­tete An­wen­dungen mehr­fach aus, um Fehl­funk­tio­nen zu ver­mei­den. Die dafür be­nötig­te Chip­fläche lässt sich mit der neuen Lösung re­du­zie­ren, da sie auch mit zu­neh­mend klei­ne­ren Halb­lei­tern kom­pa­ti­bel ist, die sogar noch strah­lungs­em­pfind­li­cher sind. Klei­nere Tech­no­lo­gien werden immer be­lieb­ter, da sie ener­gie-, platz- und ge­wichts­spa­ren­der sind. Ge­ra­de bei Welt­raum­modu­len ist das be­son­ders wich­tig. [FhG / dre]

Anbieter

Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS – Institutsteil EAS

Münchner Straße 16
01187 Dresden
Deutschland

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