10.07.2023

Teilchenphysik-Nachwuchs fit machen

Eurizon Detector School findet vom 17. bis 28. Juli an der Bergischen Universität Wuppertal statt.

Doktoranden im Umgang mit Detektoren von Teilchen­beschleunigern schulen – das ist das Ziel der „Eurizon Detector School“, die vom 17. bis 28. Juli an der Bergischen Universität Wuppertal, stattfindet. Damit die Nachwuchs­wissenschaftler auch tatsächlich mit Geräten auf dem aktuellsten Stand der Technik arbeiten können und lernen, wie Groß­experimente und Messungen an den bekannten Beschleuniger­anlagen von CERN, DESY, FAIR und dem Nationalen Institut für Kern­physik INFN in der Praxis durch­geführt werden, transportieren genau diese Einrichtungen neueste Test­aufbauten ihrer Detektoren nach Wuppertal.

 

Abb.: Im Rahmen der „Eurizon Detector School“ können die Doktoranden...
Abb.: Im Rahmen der „Eurizon Detector School“ können die Doktoranden zahlreiche Experimente selbst durchführen. (Bild: D. Dannheim, DESY)

Mit Teilchen­beschleunigern wie dem Large Hadron Collider am CERN, einem der größten und renommiertesten Zentren für physikalische Grundlagen­forschung, erforschen Wissenschaftler die kleinsten Bestand­teile der Materie. In den Geräten werden die Teilchen auf sehr hohe Energien beschleunigt und von Detektoren beobachtet, die schließlich die Ergebnisse dieser Kollisionen erfassen und Aussagen über die Wechsel­wirkung der Teilchen zulassen. Die dabei gewonnenen Daten sollen unter anderem dabei helfen, die noch offenen Fragen zur Entwicklung unseres Universums zu beantworten.

Im Rahmen der „Eurizon Detector School“ an der Bergischen Universität werden vom 17. bis 28. Juli insgesamt 14 Experimente durchgeführt, immer in Klein­gruppen mit etwa vier bis sechs Teilnehmern, sodass jeder nahezu alle Experimente machen kann. Mithilfe von detaillierten Anleitungen führen die Teilnehmer die Messungen selbst durch. Ein Experiment beschäftigt sich beispielsweise mit der Messung von Geschwindigkeit und Lebensdauer kosmischer Myonen, die in der Erdatmosphäre erzeugt werden und mit annähernd Licht­geschwindigkeit die Erdoberfläche erreichen. Bei einer weiteren Aufgabe geht es um den Bau eines einfachen Teilchen­detektors für ionisierende Strahlung.

Darüber hinaus wird es in den Räumen der Universität auch um die Forschung für die nächste Generation von Teilchen­beschleunigern gehen: So kommen die Doktoranden mit Testaufbauten in Kontakt, die einmal den Weg für den am CERN geplanten Future Circular Collider (FCC) ebnen könnten. Mit diesem sollen in Zukunft noch höhere Energien erreicht werden, um Teilchen aufeinander­prallen zu lassen.

Organisiert wird die „Detector School“ von der Arbeitsgruppe „Experimentelle Teilchen­physik“ an der Bergischen Universität unter Leitung von Christian Zeitnitz in Zusammenarbeit mit der Justus-Liebig-Universität Gießen, den Groß­forschungs­einrichtungen GSI/FAIR, CERN, DESY und INFN und mit Mitteln aus dem EU-Projekt Eurizon, das sich der Weiter­entwicklung von europäischen Forschungs­infrastrukturen widmet und ein spezielles Unterstützungs­programm für ukrainische Forschende in Not und ukrainische Forschungs­einrichtungen umfasst. Es werden 130 Teilnehmer – Doktoranden, Lehrende und Betreuer der Experimente – aus insgesamt 28 verschiedenen Nationen erwartet.

Bergische U. Wuppertal / DE

 

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