09.07.2019

Testzentrum für virtuelle Flugzeuge

Startprojekt konzentriert sich auf die multifunktionale Steuerfläche eines Flugzeugflügels.

Simulationen im Computer sollen die Entwicklung und Zulassung künftiger Flugzeuge deutlich beschleunigen. Das ist Ziel einer Initiative, die das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt am 28. Juni in Bremen gestartet hat. Das „Virtual Product House“ wurde anlässlich des feierlichen Einzugs des DLR in das Forschungs­zentrum ECOMAT vorgestellt. Mit dem VPH plant das DLR in enger Zusammen­arbeit mit Industrie­partnern wie Airbus und IABG und der Wissenschaft ein Integrations- und Testzentrum für die virtuelle Simulation und Zertifi­zierung von Komponenten und Techno­logien sowie deren Integration in das Gesamt­flugzeug aufzu­bauen.

Abb.: Computerdarstellung der Wirbelströmung am DLR-Forschungsflugzeug ATRA....
Abb.: Computerdarstellung der Wirbelströmung am DLR-Forschungsflugzeug ATRA. (Bild: DLR; CC-BY 3.0)

„Die Möglichkeiten der Digitalisierung der Luftfahrt bedeuten enorme Heraus­forderungen für die Forschung, an denen das DLR gemeinsam mit Partnern im Virtual Product House arbeiten wird“, sagt DLR-Luftfahrt­vorstand Rolf Henke. Die Entwicklung, Erprobung und Fertigung neuer Flugzeuge sind mit hohen zeitlichen, techno­logischen und finan­ziellen Risiken verbunden, insbesondere beim Einsatz neuartiger Techno­logien und unkonventio­neller Flugzeug­konzepte. Leistungs­defizite, die erst während der ersten Testflüge erkennbar werden, Verzögerungen bei der Zulassung und zeit­intensive Produktions­prozesse können zu erheblichen Mehrkosten führen. Diese hohen Risiken und die langen Lebens- und Produktions­zyklen von Flugzeugen stehen im Widerspruch zu laufend erforder­lichen Produkt­verbes­se­rungen und damit zu der notwendigen Innovations­fähigkeit der Luftfahrt.

Um neue Technologien für einen noch sicheren, umweltfreund­licheren und wirtschaft­licheren Luftverkehr zu identifi­zieren, deren Einführung zu beschleunigen und um techno­logische Risiken zu reduzieren, sollen die Entwurfs-, Entwicklungs-, Test-, Herstellungs- und Produktions­prozesse zukünftig im Computer simuliert werden. Dazu sind sämtliche Eigen­schaften des Flugzeugs in einer Simulations­software abzubilden, bis hin zur schritt­weisen virtuellen Teil-Zertifi­zierung.

Das Startprojekt im Virtual Product House konzentriert sich auf eine multifunktionale Steuer­fläche eines Flugzeug­flügels. Für diese spezifische Komponente werden die Themen virtueller Entwurf, virtuelle Fertigung sowie virtuelle Test­verfahren bis hin zur Zertifi­zierung mit den beteiligten DLR-Instituten und Projekt­partnern bearbeitet und miteinander verknüpft. Durch die virtuelle Integration der Fach­disziplinen lassen sich Änderungen im digitalen Entwurf und deren Auswirkungen auf Fertigung und Test­verfahren sehr viel schneller analysieren und optimieren.

Auf Basis einer „Common Source“-Softwarearchitektur, das heißt einer geschützten Simulations­umgebung, ist das lang­fristige Ziel des VPH, als Testzentrum und Netzwerk­plattform die virtuelle Zertifi­zierung von Flugzeug­komponenten für und zusammen mit den Industrie­partnern durchzu­führen.

DLR / RK

Weitere Infos

Virtual Product House – Integrations- und Testzentrum für virtuelle Zulassung, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Center for Eco-efficient Materials & Technologies, Bremen

 

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