16.07.2019

Wasserstoffforschung in Görlitz

Fraunhofer und Siemens planen Innovationscampus in Sachsen.

Siemens, der Freistaat Sachsen und die Fraunhofer-Gesellschaft haben gestern in Görlitz eine Absichts­erklärung unterzeichnet, um den Standort langfristig zu stärken und den Struktur­wandel in der Lausitz zu unterstützen. Dabei soll auf dem Siemens-Werksgelände in Görlitz ein Innovations­campus und Start-Up-Accelerator entstehen – Ziel ist es, weitere Technologie- und Industrie­unternehmen, Start-ups sowie Forschungs­institute anzusiedeln. Der Fokus liegt dabei auf Digi­talisierung, Automatisierung, Energietechnik und innovativen Werkstoff- und Fertigungs­technologien.

Abb.: Zum Innovations­campus wird auch ein Labor für Wasserstoff­forschung...
Abb.: Zum Innovations­campus wird auch ein Labor für Wasserstoff­forschung – hier eine PEM-Elektrolyse-Anlage - zählen. (Bild: Siemens)

Auf dem Campus werden Siemens und die Fraunhofer-Gesellschaft zudem ein Labor für Wasserstoff­forschung aufbauen, in dem die Erzeugung, Speicherung und Nutzung von Wasserstoff untersucht wird. Görlitz soll damit langfristig zu einem Kompetenz­zentrum für Wasserstoff­technologien entwickelt werden. Insgesamt wollen die Partner im ersten Schritt rund dreißig Millionen Euro für den Ausbau des Standortes bereitstellen. In den nächsten fünf Jahren sollen dort etwa hundert neue, hoch­qualifizierte Arbeitsplätze entstehen.

„Heute ist ein guter Tag für Görlitz und die Lausitz“, betont Minister­präsident Michael Kretschmer. „Die Vereinbarung mit Siemens und Fraunhofer ist ein Meilenstein für die zukunftsfähige Entwicklung des Siemens-Standortes in Görlitz und die Lausitz als Innovations­region. Der Aufbau eines Innovationscampus und der Forschungs- und Entwicklungs­aktivitäten für klima­freundliche und digitale Industrie­prozesse schafft neue hoch­qualifizierte Arbeitsplätze. Gemeinsam mit Fraunhofer, den Hochschulen sowie den Unternehmen der Region entwickeln wir außerdem eine Forschungs­plattform für innovative Speicher- und Wasserstoff­technologien für die Energiewende.“ „Mit diesem Zukunftspakt lösen wir unser Versprechen ein, den Strukturwandel der Lausitz aktiv mit zu gestalten“, sagt Joe Kaeser, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG. „Deshalb wollen wir hier am Standort Görlitz neben dem weltweiten Hauptsitz für industrielle Dampf­turbinen auch einen Innovations-Campus bauen, in dem gemeinsam mit Partnern und Start-ups Produkte und Lösungen in der Wasserstoff­technologie entwickelt werden sollen.“

„Als Energieregion wird Sachsen von den Transformations­prozessen im Zuge des Kohleausstiegs immanent berührt. Die gut vernetzte Forschungs- und Technologie­landschaft des Freistaats sowie die etablierte angesiedelte Industrie und die hiesige Innovations­kultur bieten jedoch beste Voraus­setzungen, um Strukturen zu schaffen, die sowohl die Region stärken als auch die Position des Technologie­standorts Deutschland im internationalen Wettbewerb weiter ausbauen“, erklärt Fraunhofer-Präsident Reimund Neugebauer. „Die Einrichtung einer gemeinsamen Forschungs­plattform zur Wasserstoff­forschung und Entwicklung neuer Wasserstofftechnologien gemeinsam mit Siemens und mit der Unterstützung des Freistaats Sachsen stellt die Weichen in Richtung Zukunft. Die Kooperation ist eine zentrale Grundlage für den Anlagenbau in der Region und führt die industrielle Forschung und Wissenschaft in einer strategischen Partnerschaft zusammen.“

Zusätzlich zum Innovations­campus wird Siemens am Standort Görlitz seine Forschung- und Entwicklungs­aktivitäten im Bereich dekar­bonisierte Industrie­prozesse weiter aufbauen. Dabei werden die Siemens-Forscher untersuchen, wie Wasserstoff­technologien den CO2-Ausstoß in energie­intensiven Industrien verringern können und neue, klimafreundliche Lösungen wie Speicher­technologien entwickeln. Als Beitrag zum Klimaschutz­plan 2050 und dem Strukturwandel in der Lausitz will Siemens den Standort bis 2025 zu einer CO2-neutralen Fabrik umbauen. Hierfür soll etwa die Prozesswärme für den Betrieb der Dampfturbinen­prüfstände nachhaltig erzeugt und der Energie­verbrauch insgesamt reduziert werden. 

Siemens / JOL

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