21.11.2022

Aerosolprofile über Albanien

Deutsch-albanisches Projekt hat mit Polarisations-Lidar-Messungen über Tirana begonnen.

Erstmals wird ein bodengestütztes Polarisations-Lidar die Atmosphäre über Albanien vom Boden aus mit grünem Laserlicht erkunden. Das Gerät wurde in Leipzig am Leibniz-Institut für Troposphären­forschung (Tropos) entwickelt und gebaut. Das automatisierte Multi­wellenlängen-Raman-Lidar PollyXT wurde im November von der Lidar-Gruppe des Tropos auf dem Dach der Land­wirtschaftlichen Universität von Tirana installiert und zusammen mit Rektor der Universität und Vizerektor für Wissenschaft feierlich in Betrieb genommen. Die Messungen sind Teil der Kooperation zwischen Tropos und der Land­wirtschaftlichen Universität Tirana. Das System soll mindestens ein Jahr lang in Tirana verbleiben.

 

Abb.: Das System soll mindestens ein Jahr lang Erkenntnisse zu den Partikeln in...
Abb.: Das System soll mindestens ein Jahr lang Erkenntnisse zu den Partikeln in der Atmo­sphäre sowie ihre Auswirkungen auf Luft­verschmutzung und Klima geben. (Bild: D. Althausen, Tropos)

Die Messungen sind die ersten ihrer Art in Albanien überhaupt. Bislang werden solche Messungen auf dem Westbalkan nur in Belgrad regelmäßig durchgeführt. Doch gerade der gebirgige Süden des Westbalkans leidet in den Wintermonaten unter starker Luft­verschmutzung. Die Daten aus Tirana sollen daher helfen, die Auswirkungen von Aerosolen und Wolken auf Gesundheit und Klima besser zu verstehen.

Aerosolpartikel in der Atmosphäre haben einen großen Einfluss auf den globalen Strahlungs­haushalt, auf Wolken, auf Pflanzen und auf die menschliche Gesundheit. Diese Partikel werden durch verschiedene Prozesse erzeugt oder emittiert und lokal, regional, kontinental und sogar interkontinental verteilt und transportiert. Vor allem Wüstenstaub, Rauch­partikel aus der Verbrennung von Biomasse, anthropogene Partikel aus industriellen und anderen menschlichen Aktivitäten sowie Meersalz­partikel aus den Ozeanen sind weltweit verbreitet und haben einen großen Einfluss auf Wetter und Klima.

Der Transport von Aerosolpartikeln erfolgt auf verschiedenen Höhenebenen in der Atmosphäre, von der Bodenschicht bis zur Stratosphäre in 10 bis 15 Kilometern Höhe. Nur Lidar-Systeme sind in der Lage, die vertikale Verteilung dieser Partikel und ihre Auswirkungen auf Wolkenbildung und Vereisung zu erfassen. Mitte November wurde an der Landwirtschaftlichen Universität von Tirana ein Laserradarsystem für vertikal aufgelöste Aerosol­messungen in Betrieb genommen. Zum ersten Mal werden in Albanien solche vertikal aufgelösten Messungen mit einem solchen bodengestützten Aerosol-Lidar durchgeführt. Das installierte System nutzt grünes Laserlicht zur Erkennung der vertikalen Struktur von Partikelschichten in der Atmosphäre und wendet moderne Techniken (Depolarisations­messung und Raman-Streuung) an, um die verschiedenen Partikel­typen in den verschiedenen Höhen der Atmosphäre zu unterscheiden.

Die Forscher erwarten neue Erkenntnisse über die vertikale Aerosolverteilung über Albanien in Meeresnähe. Dieses Wissen ist wichtig, um die Luftverschmutzung zu verstehen, die Verteilung von Aerosolen zu untersuchen, Klimamodelle zu speisen und auch die Satelliten­beobachtungen von Klima­parametern aus dem Weltraum zu verbessern. Dieses Atmosphären­forschungs­projekt ist eine Kooperation zwischen der Land­wirtschaftlichen Universität Tirana und dem Leibniz-Institut für Troposphären­forschung.

Tropos / DE

 

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