22.06.2021

Austausch neu gedacht

Das EU-Programm Erasmus+ wird digitaler, nachhaltiger und inklusiver.

Erasmus+, das EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport, geht im Rahmen von Horizon Europe in eine neue Runde. Bis 2027 stehen mehr als 26 Milliarden Euro zur Verfügung, um vor allem die Mobilität von Lernenden und Lehrenden in Europa und darüber hinaus zu fördern. Die nationale Auftaktveranstaltung am 22. Juni war der offizielle Startschuss für das Programm in Deutschland.

Seit 30 Jahren gibt es die Erasmus-Programme der Europäischen Kommission; seither ist der Begriff zum Synonym für studentische Auslandsmobilität geworden. Mit der neuen Gestaltung soll es nun gelingen, mehr Menschen am Programm teilhaben zu lassen und übergeordnete Ziele wie Nachhaltigkeit oder Digitalisierung zu verfolgen. Die Hochschulen können sich durch Erasmus+ europäisch und international vernetzen; sogenannte Teacher’s Academies werden eine europäische Lehreraus- und -fortbildung ermöglichen.

Bei Erasmus+ geht es darum, Erfahrungen im europäischen Ausland zu sammeln –...
Bei Erasmus+ geht es darum, Erfahrungen im europäischen Ausland zu sammeln – im persönlichen Austausch oder digital am Rechner. (Bild: European Union 2021)

Um eine Förderung im Erasmus-Programm zu erhalten, war es bisher nötig, mindestens drei Monate an der Gasthochschule im Ausland zu verbringen. Diese Vorgabe entfällt nun: Die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie haben gezeigt, dass ein Austausch auch digital möglich ist. Daher wird in Zukunft die Kombination aus einem verkürzten Aufenthalt an der Gasthochschule und der Teilnahme an ihren Online-Veranstaltungen erlaubt sein.

Außerdem wird nachhaltiges Reisen zum Thema: Die Geförderten sollen gezielt ihren ökologischen Fußabdruck minimieren, der durch die Mobilität entsteht. Konkret bedeutet dies, dass Bonuszahlungen möglich werden, wenn Bus oder Bahn statt dem Flugzeug zum Einsatz kommen; bis zu vier Tagessätze lassen sich für die längere Reisezeit geltend machen.

Damit Erasmus+ mehr Menschen offen steht und lebenslanges Lernen unterstützt, fallen auch bisherige Altersgrenzen weg. Damit würdigt die Europäische Kommission auch, dass Bildungswege immer differenzierter ausfallen. Ein vereinfachter Zugang zu den Förderangeboten ist für Menschen mit Behinderung vorgesehen; sozial benachteiligte Personen können bei speziellen Bedürfnissen Mehrkosten geltend machen.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek betonte bei der Auftaktveranstaltung, dass internationale Erfahrungen nicht nur die persönlichen Karrierechancen verbessern, sondern auch ein starkes Europa schaffen: „Nur wenn man sich kennt, kann man gut zusammenarbeiten.“ In Deutschland setzen vier Nationale Agenturen das Programm Erasmus+ um, die sich um die Bereiche Jugend, Schule, Hochschulzusammenarbeit sowie Berufs- und Erwachsenenbildung kümmern.

Kerstin Sonnabend

 

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