08.01.2026

Carl-Zeiss-Humboldt-Preise für Teilchenphysik- und KI-Experten

Thomas Becher und Gustau Camps-Valls er­hal­ten den mit je 100 000 Euro do­tier­ten For­schungs­preis.

Der Carl-Zeiss-Humboldt-Forschungs­preis richtet sich an For­schen­de der Fach­rich­tungen Mathe­matik, Infor­matik, Natur­wissen­schaft und Tech­nik (MINT), die eine Ko­ope­ra­tion mit Fach­leuten in den Förder­ländern der Carl-Zeiss-Stiftung an­stre­ben – Baden-Würt­tem­berg, Rhein­land-Pfalz oder Thü­ringen. Ver­lie­hen wird der For­schungs­preis an Per­so­nen, die mit ihrer For­schung ihr Fach­gebiet auch über das engere Arbeits­gebiet hinaus nach­hal­tig ge­prägt haben.

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Prof. Dr. Thomas Becher (l.), Prof. Dr. Gustau Camps-Valls
Quelle: privat / AvH Stiftung

Thomas Becher, der an der Uni­ver­si­tät Bern forscht, ist einer der welt­weit füh­ren­den Wissen­schaft­ler im Be­reich der theo­re­ti­schen Ele­men­tar­teil­chen­physik. Seine bahn­bre­chen­den Bei­träge in ver­schie­denen For­schungs­fel­dern der mo­der­nen Teil­chen­physik haben durch ihre Ori­gi­na­li­tät die Ent­wick­lung des Fach­ge­biets nach­hal­tig geprägt. Er er­forscht die fun­da­men­ta­len Wech­sel­wir­kungen der Mate­rie, indem er die expe­ri­men­tel­len Unter­su­chungen am Teil­chen­be­schleu­niger LHC des Euro­pä­ischen Kern­for­schungs­zen­trums CERN mit theo­re­ti­schen Ar­bei­ten be­gleitet.

Becher wurde von der Johannes Gutenberg-Univer­sität Mainz (JGU) nomi­niert. Wäh­rend seiner ge­planten Gast­aufent­halte bei Matthias Neubert in Mainz sowie bei Martin Beneke an der TU Mün­chen möchte er sich ver­tieft dem Prob­lem der Fakto­ri­sie­rung wid­men. Ziel ist es zu zeigen, dass man die kom­pli­zier­ten Vor­gänge in Pro­to­nen­kol­li­sio­nen sauber in zwei Teile auf­spal­ten kann: einen Teil, der cha­rak­te­ri­siert, wie die ele­men­ta­ren Bau­steine im Pro­ton ver­teilt sind, und einen Teil, der be­schreibt, was beim Zu­sam­men­stoß dieser Bau­steine pas­siert. Becher möchte bewei­sen, dass diese Fak­to­ri­sie­rung auch für kom­ple­xere Mess­größen gilt, die die detail­lier­te Struk­tur der Kol­li­sion auf­lösen. Diese For­schung lie­fert die Grund­lagen für die Vor­her­sagen von Pro­zes­sen am LHC und spielt damit eine wich­tige Rolle in der Suche nach „neuer Physik“ jen­seits des Stan­dard­modells der Ele­men­tar­teil­chen­physik.

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Kerstin Sonnabend • 11/2025 • Seite 26

„Ich möchte immer wieder neue Blickwinkel einnehmen.“

Gustau Camps-Valls, Professor für Elektro­technik an der Univer­sitat de Valèn­cia, ist Pio­nier der Anwen­dung von künst­licher Intel­li­genz in der Erd­beob­ach­tung. Der Phy­si­ker hat die Ent­wick­lung fach­be­zogener KI maß­geb­lich voran­ge­trie­ben, indem er ma­schi­nel­les Ler­nen mit phy­si­ka­li­schen Ge­setzen kom­bi­niert hat, um die Vor­her­sage­model­lie­rung kom­ple­xer Sys­teme zu ver­bes­sern. Orga­ni­sa­tio­nen und Klima­for­schen­de welt­weit haben seine Metho­den über­nom­men. Seine Al­go­rith­men für maschi­nel­les Ler­nen werden bei­spiels­weise von der Euro­pä­i­schen Welt­raum­orga­ni­sa­tion ESA und von Wetter­zen­tren zur Ver­ar­bei­tung von Satel­li­ten­daten und zur Daten­fusion ge­nutzt.

Nominiert wurde er vom Max-Planck-Insti­tut für Bio­geo­chemie in Jena. Wäh­rend seiner For­schungs­auf­ent­halte in Deutsch­land möchte er mit seinem Gast­geber Markus Reich­stein aktu­elle For­schungs­fragen an der Schnitt­stelle von KI und Klima angehen. Ein Schwer­punkt liegt auf der Anwen­dung von Metho­den des maschi­nel­len Ler­nens zur Unter­su­chung von Extrem­ereig­nis­sen, ins­be­son­de­re im huma­ni­tä­ren Kon­text. Dabei soll das Fach­wissen von Camps-Valls ge­nutzt werden, um Klima­extre­me wie Dür­ren und Hitze­wellen sowie deren Aus­wir­kungen auf Öko­sys­teme und Gemein­schaf­ten mit­hilfe von Beob­achtungs­daten und Modell­aus­gaben um­fas­send zu ana­ly­sie­ren. [AvH S / dre]

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