11.12.2020

Erste Daten von Sentinel-6

Satellit liefert hochgenaue Messungen des Meeresspiegels und der Windgeschwindigkeit.

Die ersten Daten des am 21. November gestarteten europäisch-amerikanischen Ozean­überwachungs­satelliten Copernicus Sentinel-6 Michael Freilich zeigen, dass der Höhenmesser des Satelliten auf dem richtigen Weg ist, um hochgenaue Messungen des Meeres­spiegels, des Meeres­zustands und der Windgeschwindigkeit der Meeresoberfläche zu ermöglichen. Meeresspiegel­daten, die aus den am 4. Dezember eingegangenen Altimetrie­daten der ersten 19 Stunden extrahiert und mit vergleichbaren Produkten aus allen Copernicus-Altimetrie­missionen - Jason-3, Sentinel-3A und -3B – abgeglichen wurden, bestätigen, dass Copernicus Sentinel-6 in einem dynamischen Gebiet des Ozeans südlich von Südafrika die gleichen Beobachtungen macht. Die Daten reflektieren Höhen und Tiefen in der Meeres­oberflächen-Topo­graphie, die ebenso wie hoher und niedriger Druck in der Atmosphäre die Meeres­strömungen regulieren.

Abb.: Die Daten reflek­tieren Höhen und Tiefen in der...
Abb.: Die Daten reflek­tieren Höhen und Tiefen in der Meeres­oberflächen-Topo­graphie, die ebenso wie hoher und niedriger Druck in der Atmosphäre die Meeres­strömungen regulieren. (Bild: Eumetsat)

Die Daten werden aus grundlegenden Radar­altimetrie-Messungen gewonnen. Das Aussehen dieser Wellenformen ermöglicht nicht nur die Messung des Meeres­spiegels sondern auch die Bestimmung der Höhe der Meereswellen und der Wind­geschwindigkeit an der Meeres­oberfläche. Die Innovation des Sentinel-6-Höhenmessers besteht darin, dass er gleichzeitig Wellenformen mit niedriger und hoher Auflösung entlang der Satellitenbahn erzeugt. Die niedrige Auflösung entspricht der von Jason-3 und ermöglicht die Fortsetzung und Wahrung der Integrität der 1992 mit TOPEX/Poseidon begonnenen Aufzeichnung von Hoch­präzisons-Messungen der Weltmeere aus dem All, während die hohe Auflösung von 330 Metern kleine, aber energiegeladene Wirbel im offenen Ozean und Schwankungen des Meeresspiegels in Küstennähe aufzeigen kann.

„Diese ersten Altimetrie-Messungen sind nicht nur ein Versprechen an die Nutzer­gemeinschaft, sondern auch die erste Belohnung für eine fan­tastische europäische und trans­atlantische Zusammenarbeit", sagt Eumetsat-General­direktor Alain Ratier. „Jetzt werden unsere Ingenieure und Wissenschaftler hart daran arbeiten, die Daten aller Nutzlastinstrumente zu kombinieren und die Bodenverarbeitung zu optimieren, damit wir in sechs Monaten einen ersten Satz validierter Produkte mit niedriger Auflösung und bis Ende 2021 den vollständigen Satz einschließlich hochauflösender und Klimaqualitäts-Produkte zur Verfügung stellen können.”

Die erste Datenreihe, die nächsten Juni zur Verfügung stehen soll, wird einen wesent­lichen Beitrag zu den vom Copernicus Marine Environment Monitoring Service bereit­gestellten operatio­nellen Meeres­vorhersagen liefern und unser Verständnis für die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf den Zustand der Weltmeere verbessern. Die Daten werden auch in die Wetter- und Jahreszeiten-Vorher­sagen des ECMWF einfließen sowie den nationalen Wetterdienste in den Eumetsat-Mitglieds­ländern und Wetterdiensten weltweit zur Verfügung stehen.;Die Sentinel-6-Daten für Klima­qualität werden unser Verständnis des Klimawandels im Rahmen des Pariser Abkommens verbessern und Anpassungs­maßnahmen in Küsten­gebieten und kleinen Inselstaaten unterstützen, die vom Anstieg des Meeres­spiegels bedroht sind.

Eumetsat / JOL

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