01.07.2024

Freier Zugang zu Mondgestein

Open-Source Software bübndelt Daten des „Moon Mineralogy Mapper (M3)“.

Mit „MoonIndex“ haben Forschende der Constructor University und des Nationalen Instituts für Astrophysik in Italien eine neue Open-Source Software entwickelt. Sie ermöglicht der Wissenschaft erstmals den kosten­losen Zugang zu Daten des „Moon Mineralogy Mapper (M3)“, mit denen die Zusammen­setzung der Mondoberfläche analysiert werden kann. Das Werkzeug bietet eine Vielzahl von Anwendungen. 

Abb.: Die Open Source Software „MoonIndex“ wurde an den abgebildeten...
Abb.: Die Open Source Software „MoonIndex“ wurde an den abgebildeten Bereichen der Mondoberfläche getestet.
Quelle: J. E. Suárez Valencia

„Der Schlüssel für das Verständnis von Planentenoberflächen und deren Kartierung sind Spektral­indizes“, sagt Javier Eduardo Suárez Valencia von der Constructor University. Jede Oberfläche hat ein ganz spezielles, individuelles Reflexions­verhalten. Er gibt Auskunft etwa über das Vorhanden­sein bestimmter Mineralien in Gesteinen oder über die physikalischen Eigenschaften der Oberfläche. So haben die Forschenden etwa Mineralien der Olivingruppe oder Anorthosite identifiziert. Insgesamt haben sie 39 Indizes für die Untersuchung der Mond­oberfläche mithilfe vom M3-Daten nachgebildet. M3 ist ein Spektrometer, das die erste hochauflösende räumliche und spektrale Karte der gesamten Mondoberfläche lieferte und die in ihnen vorhandenen Mineralien sichtbar machte.

„MoonIndex ist ein zuverlässiges und vielseitiges Werkzeug für die Analyse der Zusammensetzung der Mond­oberfläche“, sagt der Geologe Suárez-Valencia. Die natürlichen Ressourcen des Mondes könnten etwa für künftige Missionen ins All genutzt werden. Auch zur Identifizierung geeigneter Landestellen ist MoonIndex hilfreich. Die Forschenden erhoffen sich zudem durch die kostenlose und quelloffene Software, verfasst in der Programmier­sprache Python, einen Beitrag zur Demokratisierung der Wissenschaft zu leisten. 

Das Interesse an der Erforschung des Mondes ist groß. Verschiedene Länder haben in diesem Jahr Mond­missionen gestartet oder planen, dies zu tun. So will die US-Raumfahrt­organisation Nasa im November als Vorbereitung für eine Mondlandung die Mission „Artemis 2“ starten, die mehrere Astro­nautinnen und Astronauten auf eine Umlaufbahn um den Mond bringen soll. 

Constructor U. / JOL

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