21.06.2024

Mit Röntgenstrahlen experimentieren wie die Großen

Ab November können Schülerinnen und Schüler am European XFEL in Schenefeld bei Hamburg experimentieren – Buchungen für das „Xcool Lab“ sind bereits möglich.

Xcool Lab, so lautet das neue Angebot des European XFEL für Schülerinnen und Schüler. Schulklassen und Fachkurse der – zunächst – Oberstufe aller Schultypen haben die Möglichkeit, Wissenschaft hautnah zu erleben und mit eigenständigen Experimenten wissenschaftlichen Fragestellungen aus der Physik oder der Molekularbiologie nachzugehen. Dazu bietet European XFEL ab November im derzeit im Bau befindlichen Besucher- und Konferenz-Zentrum „Lighthouse“ unterschiedliche Kurse in zwei hochmodernen Laboren an. Das Xcool Lab ermöglicht dann von Montag bis Freitag praktisches Lernen durch forschungsbezogene Kursangebote mit Bezug zu den Fachanforderungen in der Schule. Die Teilnahme ist kostenlos.

Abb.: Ab November können Schülerinnen und Schüler am European XFEL in...
Abb.: Ab November können Schülerinnen und Schüler am European XFEL in Schenefeld bei Hamburg experimentieren.
Quelle: European XFEL

„Wir freuen uns, neben den bestehenden Aktivitäten wie Führungen, Events und der Teilnahme am Boys und Girls Day ein weiteres, speziell auf Schülerinnen und Schüler zugeschnittenes Highlight anbieten zu können“, sagt Nicole Elleuche, Geschäftsführerin und Verwaltungsdirektorin des European XFEL. „Wir hoffen, dass wir damit Spaß und Begeisterung für unsere Arbeit und die Naturwissenschaften vermitteln können. Unser Ziel ist es, erlebbar zu machen, wie bedeutend die Arbeit internationaler Einrichtungen über die Wissenschaft hinaus ist und dass Kooperation, Toleranz und Diversität auch beim Experimentieren und Forschen eine zentrale Rolle spielen. Wir sind sehr gespannt auf die ersten Feedbacks der jungen Menschen, die wir hier bald begrüßen dürfen.“

Geplant sind derzeit die beiden Kursangebote „Die unsichtbare Welt der Röntgenstrahlung“ sowie „Viren auf der Spur“. Beide können von Lehrkräften der Oberstufe gebucht werden. Die Kurse beginnen jeweils um neun Uhr morgens und gehen bis etwa 15.30 Uhr. Sie sind für maximal 32 Teilnehmende ausgelegt und werden sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch angeboten.

In dem modern eingerichteten Physiklabor geben verschiedene Experimente Einblicke in die Erzeugung von Röntgenstrahlung mit freien Elektronen und deren Nutzung. Die Schülerinnen und Schüler messen Röntgenspektren auf Basis der Bragg-Reflexion, lenken geladene Teilchen mit Magnetfeldern ab und erzeugen Beugungsbilder.

Im Biologielabor erlernen die Schülerinnen und Schüler unter anderem das Pipettieren, die Vervielfältigung von Gen-Sequenzen via Polymerase-Kettenreaktion und das Trennen von Nukleinsäure-Strängen nach ihrer Größe. Das Kursangebot gibt ferner Einblick in die Bestimmung und Analyse von Covid-19-Varianten, erklärt die Funktionsweise von PCR-Tests und eröffnet Möglichkeiten für Diskussionen über künstlich modifizierte Viren. Mithilfe von Methoden der Bioinformatik können die Teilnehmer darüber hinaus die Mutationsanalyse erlernen.

Die Baukosten für das Lighthouse liegen bei 15 Millionen Euro. Das Bundesland Schleswig-Holstein beteiligt sich mit zwei Millionen Euro und einer Lehrkraftstelle für das Xcool Lab. Die übrigen Kosten werden von European XFEL-Partnerländern entsprechend ihren Anteilen getragen, auf Deutschland entfallen entsprechend seinem Anteil von 58 Prozent 7,5 Millionen Euro. Die offizielle Eröffnung ist bis Ende des Jahres geplant.

European XFEL / RK

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