Physikerin ist Österreichs „WissenschafterIn des Jahres“
Francesca Ferlaino gewinnt die Auszeichnung zum dritten Mal für die Physik, nach Anton Zeilinger und Rudolf Grimm.
Der Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalist:innen kürte die Innsbrucker Quantenphysikerin Francesca Ferlaino zur Wissenschaftlerin des Jahres. Die gebürtige Italienerin forscht seit 2006 am Institut für Experimentalphysik der Universität Innsbruck und ist seit 2014 wissenschaftliche Direktorin am Innsbrucker Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), in der sie auch Mitglied ist.

Im Internationalen Jahr der Quantenwissenschaft gelang es der Innsbrucker Quantenphysikerin Francesca Ferlaino mit großem Erfolg, ihr Forschungsgebiet einem breiten Publikum nahe zu bringen. Die mit hochrangigen Preisen des Europäischen Forschungsrats ERC ausgezeichnete Forscherin engagiert sich in dem von ihr gegründeten Netzwerk Atom*innen für Frauen in der Physik. Mit der Begeisterung für ihr Fach steckte die gebürtige Italienerin im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen darüber hinaus zahllose interessierte Teilnehmer:innen an. Für dieses Engagement wurde Ferlaino nun vom Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalist:innen zur Wissenschaftlerin des Jahres 2025 gewählt.
Der Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalist:innen Österreichs mit Sitz in Wien honoriert mit der zum 32. Mal durchgeführten Wahl neben Forschungsleistungen vor allem Verdienste in der Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte an eine breite Öffentlichkeit.
„Diese prestigeträchtige Auszeichnung freut mich sehr. Ich war schon immer davon überzeugt, dass Wissenschaft keine isolierte Tätigkeit ist, sondern ein gemeinsames Anliegen, dessen Wert durch den Austausch und die Vermittlung von Wissen wächst. Diese Auszeichnung würdigt insbesondere die Bedeutung der Wissenschaftskommunikation und ihre Rolle dabei, der Forschung gesellschaftliche Relevanz zu verleihen. Ich bin besonders stolz darauf, wenn ich durch meine Arbeit zu einem breiteren Verständnis der Bedeutung von Grundlagenforschung beitragen konnte“, sagt Ferlaino.
Ferlaino studierte Physik an der Universität Federico II. in Neapel und promovierte 2004 an der Universität Florenz sowie am European Laboratory for Non-linear Spectroscopy (LENS). 2006 kam sie als Postdoktorandin nach Innsbruck, um in der Forschungsgruppe von Rudolf Grimm – Österreichs Wissenschaftler des Jahres 2009 – zu arbeiten. Ein START-Preis und ein ERC Starting Grant ermöglichten ihr 2009 die Gründung einer eigenen Forschungsgruppe. In den letzten Jahren wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter zwei weitere ERC-Grants. 2021 wurde sie als Mitglied in die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) gewählt.
In der Forschung beschäftigt sich Ferlaino mit Quantenphänomenen in atomaren Gasen bei ultratiefen Temperaturen. In den vergangenen Jahren konzentrierte sie sich insbesondere auf die stark magnetischen und bisher wenig erforschten Atome Erbium und Dysprosium und konnte mit ihrem Team 2019 die ersten langlebigen supersoliden Zustände im Labor erzeugen, einem schwer fassbaren und paradoxen Materiezustand, in dem kristalline Ordnung und Suprafluidität koexistieren. [U Innsbruck / dre]
Dipolare Quantengase (Francesca Ferlaino), www.erbium.at, Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI), Innsbruck















