
3D-gedruckte Hochtemperatur-Supraleiter
Nach additiver Fertigung komplexer Bauteile aus YBCO lässt sich die prozessbedingt reduzierte Supraleitfähigkeit durch gezielte Wärmebehandlung wiederherstellen.

Nach additiver Fertigung komplexer Bauteile aus YBCO lässt sich die prozessbedingt reduzierte Supraleitfähigkeit durch gezielte Wärmebehandlung wiederherstellen.
Armenisch-deutsches WE-Heraeus-Seminar

Forschende der FSU und der Penn State untersuchen Multimessenger-Daten von kompakten Sternresten mit numerischer Relativitätstheorie.
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt hat die aussichtsreichsten Forschungsinfrastrukturen aus dem nationalen Priorisierungsverfahren bekannt gegeben.

Das BMFTR hat die aussichtsreichsten Forschungsinfrastrukturen aus dem nationalen Priorisierungsverfahren bekannt gegeben.

Streuwinkel und abgestrahlte Gravitationswellenenergie von Paaren schwarzer Löcher mit beispielloser Präzision berechnet.
• 6/2025 • Seite 3Großforschungsanlagen spielen für die Zukunft Deutschlands eine wichtige Rolle.

Filigraner mechanischer Resonator ermöglicht die hohe Empfindlichkeit des in Bau befindlichen Einstein-Teleskops.

Gravitationswellen erlauben Rückschlüsse auf die Zustandsgleichung der Neutronenstern-Materie.
Interview mit Benno Willke

Eine wissenschaftliche Kollaboration kümmert sich von nun an um die Verwirklichung des geplanten europäischen Gravitationswellen-Detektors.
• 2/2022 • Seite 292035 soll das Gravitationswellen-Observatorium LISA seinen Betrieb im All aufnehmen.
Im Jahr 2015 registrierten bodengebundene Observatorien erstmals Gravitationswellen bei hohen Frequenzen. Ab 2035 soll LISA das Spektrum zu niederfrequenten Gravitationswellen unterhalb von 1 Hz erweitern. Dieses größte jemals betriebene Weltraumobservatorium soll auf diese Weise die energiereichsten Ereignisse im All beobachten und charakterisieren. Dies erfordert Laserinterferometrie höchster Empfindlichkeit und Präzision in einer dynamischen Konfiguration aus drei Satelliten, die 2,5 Millionen Kilometer voneinander entfernt sind. In der Vorbereitung geht es darum, alle relevanten Störquellen zu kennen und bestmöglich zu unterdrücken.
Im Februar 2016 verkündete die LIGO-Kollaboration nach sorgfältiger Überprüfung und Analyse ihrer Messdaten den ersten direkten Nachweis eines Ereignisses von Gravitationswellen durch die beiden LIGO-Interferometer (Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory). Aufgezeichnet hatten sie das Ereignis am 14. September 2015 [1]. Von Dezember 2015 bis Mitte 2017 erprobte die Technologiemission LISA Pathfinder die Schlüsseltechnologien für die Laser Interferometer Space Antenna (LISA, Abb. 1). Diese wird komplementär zu den bodengebundenen Observatorien wie LIGO, Virgo und deren Nachfolger niederfrequente Gravitationswellen mit Frequenzen bis maximal 1 Hz nachweisen, die von der Erdoberfläche aus nicht zu beobachten sind. Eine Abschätzung der charakteristischen Frequenzen von Gravitationswellen ergibt fGW ~ 104 Hz (M⊙ / M) mit der Sonnenmasse M⊙ (2 · 1030 kg) und der Masse M der Quelle der Gravitationswelle [2]. Typische Frequenzen, die LIGO und Virgo nachweisen können, liegen zwischen 30 Hz und einigen kHz; bei LISA werden es einige 10–5 bis etwa 1 Hz sein.
Die mit Laserinterferometern nachweisbaren Frequenzen sind wesentlich durch die Armlänge sowie die internen Rauschquellen des Instruments und die seiner Umgebung bestimmt (Tabelle). Daher beobachten boden- und weltraumgebundene Observatorien Quellen sehr unterschiedlicher Massen und damit unterschiedlicher Natur. Während LIGO und Virgo Gravitationswellen erfassen, die durch stellare Massen hervorgerufen werden, sind es bei LISA auch Gravitationswellen von Quellen mit Massen von mehr als 1000 bis zu einigen 107 Sonnenmassen. LISA erweitert somit das Beobachtungsfenster für Gravitationswellen und ermöglicht zudem eine Triangulation, um die Richtung von Quellen, die permanent Gravitationswellen abstrahlen, präzise zu bestimmen. Damit ist oberhalb von etwa 10–4 Hz das gesamte Spektrum der Gravitationswellen abgedeckt. Die Lücke bei wenigen Hz sollen das geplante Einstein-Teleskop und die vorgeschlagene DECIGO-Mission, die ähnlich wie LISA konzipiert ist, schließen [3, 4]. (...)

Marina Trad Nery erhält GWIC-Braccini Thesis Prize für Doktorarbeit über bessere Laser für Gravitationswellen-Detektoren.

Das European Strategy Forum on Research Infrastrucures nimmt elf Forschungsinfrastrukturen in die Roadmap 2021 auf.

Die Helmholtz-Gemeinschaft hat eine Roadmap für Forschungsinfrastrukturen mit insgesamt 40 Projekten präsentiert.

Hybridrohre aus Edelstahl und faserverstärktem Kunststoff für das Vakuumsystem des Einstein-Teleskops verbinden wünschenswerte Eigenschaften.
Der Landtag Nordrhein-Westfalens unterstützt das Einstein-Teleskop, einen Gravitationswellendetektor der dritten Generation.

Der Landtag Nordrhein-Westfalens unterstützt das Einstein-Teleskop, einen Gravitationswellendetektor der dritten Generation.
Seit dem 1. Januar 2019 gibt es bei DESY einen eigenen Bereich Astroteilchenphysik.
Die Generalkonferenz für Maß und Gewicht hat die Revision des Internationalen Einheitensystems verabschiedet.

Seit dem 1. Januar 2019 gibt es bei DESY einen eigenen Bereich Astroteilchenphysik.
• 9/2018 • Seite 38Interview mit Karsten Danzmann, dem diesjährigen Preisträger der Stern-Gerlach-Medaille
Prof. Dr. Karsten Danzmann wurde 2018 mit der Stern-Gerlach-Medaille für seine entscheidenden Beiträge zur Entwicklung von Gravitationswellendetektoren ausgezeichnet. Seine bahnbrechenden Arbeiten haben den direkten Nachweis von Gravitationswellen ermöglicht und eine neue Ära astrophysikalischer Forschung eingeläutet. Seit 1990 leitet Danzmann die Gravitationswellengruppe innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft – zunächst in Garching, seit 1993 in Hannover.
Seit dem erfolgreichen Nachweis erhalten Sie viele Auszeichnungen – eine späte Bestätigung Ihrer Arbeit?
Das stimmt, aber wie mein Kollege Albrecht Rüdiger sagte: In unserem Bereich braucht man nicht Geduld, sondern ein langes Leben. Diese Preise schaffen nun Sichtbarkeit und öffnen wichtige Türen.
Wie kamen Sie damals eigentlich zu den Gravitationswellen?
Durch reinen Zufall. 1989 hielt ich auf einer Konferenz in Bretton Woods einen Vortrag über Doppler-freie Zwei-Photonen-Laserspektroskopie. Herbert Walther, der die Gravitationswellengruppe nach der Emeritierung von Heinz Billing am Max-Planck-Institut für Quantenoptik verwaltet hat, sprach mich anschließend an und sagte: „Herr Danzmann, Sie kommen nach München und machen Gravitationswellen!“ Damals stand durchaus zur Debatte, den ganzen Bereich zu schließen.
Sie haben trotzdem zugesagt?
Ich habe schon immer gerne etwas Exotisches gemacht, deswegen bin ich nach München geflogen und habe mir das Ganze genauer angeschaut. In den vier Tagen ist mir Herbert Walther nicht von der Seite gewichen. Ich habe ihn in der Zeit wohl mehr gesehen als in den 20 Jahren danach. Nach dem Besuch war für mich klar, dass ich diese Herausforderung annehme.
Wie war damals der Stand der Dinge?
Es gab einen deutschen Prototypen für ein Laserinterferometer mit 30 Meter langen Armen, der so gut verstanden war, dass man den Schritt zu großen Detektoren wagte. Damals lagen fast zeitgleich die Proposals für GEO und LIGO auf dem Tisch, VIRGO kam etwas später. Die Zeit war dafür reif. Interessanterweise basierte auch der LIGO-Antrag auf den Ergebnissen des deutschen Prototypen, weil dieser als einziger bereits die Schrotrauschgrenze erreicht hatte. (...)

Doppelneutronensterne als ausgezeichnete Testobjekte für alternative Gravitationstheorien.

Der Nobelpreis für Physik widmet sich 2017 der Entdeckung der Gravitationswellen. Ein Anlass für uns, für zwei Wochen einen freien Zugang zu Interviews mit Karsten Danzmann, dem führenden deutschen Forscher auf dem Gebiet, plus einem umfassenden Artikel anzubieten.
• 2/2017 • Seite 24Die beiden Gravitationswellendetektoren Advanced LIGO sind bereits wieder in Betrieb. Nun kommt in Italien Advanced VIRGO dazu.
Wenige Kilometer von Pisa entfernt verlasse ich die Autobahn bei der Kleinstadt Cascina. Die Gegend wird landwirtschaftlich genutzt, ein Bauer fährt mit einem Traktor über ein trockenes Feld. In der Ferne scheint eine Pipeline die Felder zu queren. Aus der Nähe entpuppt sich die vermeintliche Leitung als niedriges langes Bauwerk mit weißen Seitenwänden und blauem Wellblechdach. Ich nähere mich dem Gravitationswellendetektor VIRGO. Unter den Blechdächern verbergen sich zwei jeweils drei Kilometer lange Arme eines Laserinterferometers, das vor allem Physiker aus Italien und Frankreich gebaut haben.
Am Schnittpunkt der beiden L-förmig angeordneten Arme und neben der nach Charles Fabry und Alfred Pérot benannten Piazza steht ein mehrstöckiges Gebäude. Darin befinden sich der Laser, zwei Endspiegel der Interferometerarme und zahlreiche weitere Komponenten. Nach einer Schleuse, in der ich in Überschuhe schlüpfe, betrete ich das Innere und erklimme eine Plattform. Von hier schaue ich auf mehrere eingerüstete „Stahltonnen“, zehn Meter hoch und mit zwei Meter Durchmesser. In jeweils einer Tonne hängen – mechanisch durch „Superdämpfer“ von seismischer Aktivität oder Vibrationen durch Traktoren etc. entkoppelt – der Strahlteiler, zwei der über 40 Kilo schweren Endspiegel aus speziellem Quarzglas und Hilfsspiegel. Davon ist aber nichts zu sehen, denn die Stahlgefäße sind ebenso geschlossen und evakuiert wie die 1,2 Meter dicken Stahlrohre, die sich draußen fortsetzen. Seit 2011 wurde VIRGO zu Advanced VIRGO (AdV) umgebaut, um die Nachweisempfindlichkeit zu erhöhen. Derzeit befindet sich der Detektor in der Inbetriebnahme. Ab März 2017 soll er Daten aufzeichnen – gleichzeitig mit Advanced LIGO (aLIGO) in Hanford bzw. Livingston (USA).
Ursprünglich hätte Advanced VIRGO Ende 2015 in Betrieb gehen sollen. Unerwartete technische Schwierigkeiten haben dies jedoch verhindert. Selbst bei einem pünktlichen Start wäre AdV die erste direkt nachgewiesene Gravitationswelle – das Signal GW150914 – aber durch die Lappen gegangen.1) Um ein Haar wäre es aLIGO an jenem 14. September 2015 genauso ergangen: „Das war der erste Tag, an dem nach fünf Jahren Umbau erstmals beide Detektoren gleichzeitig mit vernünftiger Empfindlichkeit und stabil liefen“, erinnert sich Karsten Danzmann vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover. An einem „wunderschönen Montagvormittag“, wenige Minuten vor 12 Uhr, ging der Postdoc Marco Drago in Hannover als erster Wissenschaftler einem computergenerierten Hinweis auf ein möglicherweise interessantes Signal nach und erblickte GW150914 auf dem Bildschirm. Danzmann kam kurze Zeit später hinzu und staunte: „Das war einfach zu schön, ein Signal wie aus dem Lehrbuch“. Oder doch nur aus der Retorte? Um die Datenauswertung zu überprüfen, wurden nämlich regelmäßig Testsignale in den Detektor eingespeist. Ein Anruf in den LIGO-Kontrollräumen machte aber klar, dass ein Testsignal nicht infrage kam – dort war es 3 bzw. 5 Uhr morgens, und kein Wissenschaftler war vor Ort...

Auf einem Workshop in Paris wurde im November 2011 eine aktualisierte Roadmap für die Astroteilchenphysik in Europa vorgestellt.

Pläne für das europäische Gravitationswellenobservatorium der dritten Generation, das Einsteinteleskop, werden vorgestellt.