
Lebensfreundliche Nischen auf dem Mars
Chlorid- und chlorathaltige Salzlaken bieten Mikroorganismen bessere Überlebenschancen als perchlorathaltige Umgebungen.

Chlorid- und chlorathaltige Salzlaken bieten Mikroorganismen bessere Überlebenschancen als perchlorathaltige Umgebungen.

Internationales Team evaluiert Ansatz für die Beobachtung von erdähnlichen Exoplaneten mit Großteleskopen und einem Abschirmsatelliten.
• 2/2026 • Seite 34 • DPG-MitgliederInterview mit dem deutschen ESA-Astronauten Matthias Maurer, der hofft, zum Mond fliegen zu dürfen.
Der Materialwissenschaftler Matthias Maurer verpasste nur knapp einen Platz in der ESA-Klasse 2009, der unter anderem Alexander Gerst angehört, und ging stattdessen als Crew Support Engineer zur ESA. Zum Astronauten wurde er 2015 ausgebildet und flog 2021 in der Mission „Cosmic Kiss“ zur Internationalen Raumstation ISS. Heute leitet er die LUNA Analog Facility in Köln. Das Trainingszentrum wird von der ESA und vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt betrieben.
Was reizt Sie daran, zum Mond zu fliegen?
Die Frage, was es dort oben zu entdecken gibt. Wie es wohl ist, über den Mond zu laufen. Als ich das erste Mal ins All geflogen bin, wusste ich rational, was mich erwartet. Aber erst, wenn man dort ist, begreift man es im Herzen.
Was ist das Interesse der Wissenschaft?
Der Mond verrät uns viel darüber, wie das Sonnensystem entstanden ist. Wenn wir dort Radioteleskope errichten, können diese weiter in die Vergangenheit blicken als das James-Webb-Teleskop. Zudem lernen wir dort für Langstreckenmissionen: Der Mond ist ein Sprungbrett zum Mars.
Wieso das?
Bestenfalls lassen sich mit Wassereis auf dem Mond Sauerstoff und Treibstoff gewinnen. Wer weiß, wohin die Menschheit damit in tausend Jahren fliegt? In meinen Träumen gibt es dafür keine Begrenzung.
Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein, selbst zum Mond fliegen zu dürfen?
Die stehen bei 50 Prozent. Europa bekommt für seinen Beitrag zum Artemis-Programm drei Mitfluggelegenheiten zum Lunar Gateway der NASA. Die erste erhält Deutschland. Die Entscheidung muss in den nächsten drei Jahren fallen, denn die Mission soll vor 2030 starten und erfordert zwei Jahre Training. (...)

Ein Forschungsteam der Universität Zürich und des NCCR PlanetS stellt das bisherige Verständnis der äußersten Planeten des Sonnensystems in Frage.
• 1/2026 • Seite 28Das Stratosphären-Observatorium SOFIA hat in seinen 12 Betriebsjahren viele wichtige Erkenntnisse zur Infrarotastronomie geliefert.
Das Stratosphären-Observatorium für Infrarotastronomie SOFIA war als Fluggerät ein Unikat in der Luftfahrt- und der Wissenschaftsgeschichte. Seine wissenschaftliche Mission ist beendet, doch die Auswertung der astronomischen Daten wird noch Jahre in Anspruch nehmen. Das extrem anspruchsvolle Projekt beschritt sowohl luftfahrt- wie auch messtechnisch Neuland und führte zu zahlreichen wissenschaftlichen Ergebnissen.
In der Astrophysik selektieren die wissenschaftlichen Fragestellungen sehr häufig bereits die Bereiche des elektromagnetischen Spektrums, soweit nicht etwa Gravitationswellen oder In-situ-Beobachtungen eine Rolle spielen. Bei der Behandlung von Fragen, die die Stern- und Planetenentstehung betreffen, die Entwicklung chemischer Moleküle im interstellaren Raum, optisch dichte Gebiete in der Milchstraße oder in anderen Galaxien, gerät wegen der niedrigen Temperaturen und Energien und der Extinktion der Strahlung stets der infrarote Spektralbereich ins Blickfeld. Auch die kosmologische Rotverschiebung verweist auf den infraroten Spektralbereich. Daher deckt das James-Webb-Weltraumteleskop (JWST)1) nicht nur den nahen Infrarotbereich (NIR) bis etwa 3 µm Wellenlänge ab, sondern auch den mittleren Infrarotbereich (MIR) bis etwa 30 µm. Der ferninfrarote Spektralbereich (FIR) zwischen etwa 30 und 300 µm adressiert vor allem das kalte Weltall mit Temperaturen zwischen 10 und 100 K. Für SOFIA war dies der wichtigste Wellenlängenbereich.
Wegen der etwa 200-mal geringeren Energie der Photonen verglichen mit sichtbarem Licht erweist sich der Nachweis von FIR-Photonen jedoch als technisch aufwändig. Das gilt für den direkten Nachweis und auch für den Nachweis mithilfe von Terahertz-Radioempfängern.2) Das zunehmende Interesse an FIR-Photonen bzw. Terahertzwellen in der Astronomie führte in den letzten 50 Jahren zu einer stürmischen technologischen Entwicklung, die mit dem SOFIA-Projekt ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hat. (...)

Am 18. Oktober hat das 4-metre-Multi-Object-Spectroscopic Telescope am VISTA-Teleskop der Europäischen Südsternwarte erstmals das Licht des Nachthimmels eingefangen.
Susumu Kitagawa, Richard Robson und Omar M. Yaghi erhalten den Chemie-Nobelpreis 2025 „für die Entwicklung metallorganischer Gerüstverbindungen“.

Die Proto-Erde bildete sich in drei Millionen Jahren, lebensnotwendige Elemente wie Wasser oder Kohlenstoffverbindungen jedoch brachte erst eine spätere planetare Kollision.

Ein UZH-Team nutzt die Daten, um die chemische Zusammensetzung einer Scheibe zu untersuchen, die den Planeten umgibt.

Ausstellungen in Basel und Göttingen bieten wissenschaftliche Bezüge und ungewöhnliche Perspektiven.

Ein an der TU Berlin entwickelter Open-Source Code kann Bilder von Regionen erstellen, die anderweitig nicht zugänglich sind.

Forschende der Universität Greifswald und des Max-Planck-Instituts für Astronomie stellen Planetenentstehung in einem mit Wasser gefüllten Plexiglasbecken nach.

Neues Forschungsbündnis setzt Impulse für interdisziplinäre Forschung: Schwerpunkt Liquids, Soft Matter und Erdsystemforschung.

Ausrichtung von Kristallen erklärt sprunghaften Anstieg der Geschwindigkeit in 2700 Kilometern Tiefe.

WASP-121b ist in einer kühlen Zone der planetenbildenden Scheibe entstanden.

Die Struktur von flüssigem Kohlenstoff ließ sich erstmals experimentell bestimmen.

Das wasserreiche Eisenmineral Ferrihydrit könnte Hauptursache für die Rotfärbung des Marsstaubs sein.

Zur Beantwortung der Frage ist eine Sample-Return-Mission essentiell, argumentieren Forscher.

Gammastrahlung setzt Methan zu Glycin und anderen komplexen Verbindungen um.
WE-Heraeus Physics School and 60th Karpacz Winter School on Theoretical Physics
Bad Honnef Physics School

Daten des Marsmaulwurfs zeichnen komplexes Bild der obersten Gesteinsschichten auf unserem Nachbarplaneten.

Fahrende, laufende und fliegende Drohnen sollen das Valles Marineris auf dem Roten Planeten erkunden.

Entdeckung ergänzt wachsende Liste massearmer Planeten um rote Zwerge.

Neues Modell zeigt, dass sich das meiste Wasser im Innern der Exoplaneten befindet.

Die ESA-Sonde Juice hat den weltweit ersten Vorbeiflug an Mond und Erde erfolgreich absolviert.

Neuer Meteorit gehört zur seltenen Klasse der Aubrite.

Die Erde erhielt ihr Wasser vor allem durch Planetesimale, die bei niedrigen Temperaturen im äußeren Sonnensystem entstanden sind.

Vergleichende Erforschung von Erde und Venus soll besseres Verständnis der Klimastabilität und Bewohnbarkeit von Planeten ermöglichen.

Vereisung der Antarktis vor etwa 34 Millionen Jahren begann vom östlichen Rand her.

Erstes Bild vom Wolkenprofilradar des Satelliten beim Flug über Japan.

Ferne Asteroiden dürften beträchtliche Wassermengen zur Erde gebracht haben.

Vielfalt an kohlenstoffhaltigen Gasen dient als Zutat für zukünftige Planeten.
Der neue Dunkle-Materie-Detektor COSINUS soll widersprüchliche Messresultate aufklären.

Hochpräzise massenspektrometrische Untersuchungen zeigen: Wasser im molekularen Eis verlangsamt den Prozess lediglich um fünfzig Prozent.

COSINUS soll umstrittene Signale einer anderen Detektor-Anlage überprüfen.

COSINUS-Anlage im italienischen Gran-Sasso-Untergrundlabor startet Messungen.

Spezielle Kollision mit planetarischem Körper hat die Sputnik Planitia auf Pluto geformt.

Kohlenstoff-Ionen beim Vorbeiflug von BepiColombo an der Venus nachgewiesen.

Wasserdampf in der Scheibe um einen jungen Stern gefunden – genau dort, wo möglicherweise Planeten entstehen.

Geladene Teilchen verursachen den Verlust von Sauerstoff auf dem Jupitermond.

Erdbeobachtung kann helfen, Spuren von Leben auf anderen Planeten nachzuweisen.

Die Migration von Planeten könnte erklären, warum Exoplaneten mit doppeltem Erdradius selten sind.

Bislang kleinster Exoplanet mit Wasser in der Atmosphäre identifiziert.

Isotopenzusammensetzung in Höhlentropfsteinen gibt Einblick in kurzfristige klimatische Schwankungen.

Wasser um einen jungen Stern in einer massereichen Sternentstehungsregion nachgewiesen.

Wasserdampf, Schwefeldioxid und Silikatsand umgeben einen Gasplaneten.
9/2023 • Seite 99 • DPG-MitgliederJahresbericht des Vorstands und der Geschäftsführung zu Aufgaben und Aktivitäten der DPG, aus dem Physikzentrum Bad Honnef und dem Magnus-Haus Berlin

Kühle Sterne mit stärkeren Magnetfeldern erzeugen stärkere Winde.

Jupiters Stratosphärenchemie wird durch seine großen Polarlichter beeinflusst.

Untersuchungen an Trappist-1 c liefert wichtige Erkenntnisse zur Analyse von Exoplaneten-Atmosphären.

Hohe Konzentration von Phosphor im Ozean des Saturnmondes Enceladus nachgewiesen.

Warme Mini-Neptune geben Aufschluss zur Beobachtung von erdähnlichen Transitplaneten.

Beschattung durch die Solaranlagen kann die Folgen von Trockenperioden abschwächen.

Schicht in der oberen Atmosphäre des Planeten reflektiert die Strahlung des Zentralsterns ungewöhnlich stark.
Die Raumsonde Juice ist zum Jupiter gestartet, um ihn und seine Eismonde zu untersuchen.

Die Raumsonde Juice ist zum Jupiter gestartet, um ihn und seine Eismonde zu untersuchen.

Lebensfördernde Eigenschaften von Monden um freifliegende Planeten analysiert.

Innovative Verfahren zeigen gutes Potenzial zur Wasserreinigung.

Analysen der DART-Mission geben Einblick in das Innere des Asteroiden Dimorphos.

Neue Beobachtung verdoppeln die Zahl der bekannten erdnahen Exoplaneten um rote Zwergsterne.

Gasförmiges Wasser in planetenbildender Scheibe gibt Hinweis auf Herkunft von Wasser.

Die Objekte gelangten durch komplexe dynamische Prozesse aus dem äußeren Sonnensystems in den Asteroidengürtel.

Erdähnlicher Planet umkreist Zwergstern in der habitablen Zone.

Messung der Sauerstoffisotope in der oberen Mesosphäre und unteren Thermosphäre.

Das James-Webb-Teleskops eröffnet ein neues Fenster zum Ursprung komplexerer Moleküle.

Die Raumsonde soll Jupiter und seine Eismonde sowie den Mond Ganymed untersuchen.
Free Access
Der Terahertz-Frequenzbereich umfasst ein technisch wenig erschlossenes Grenzgebiet im elektromagnetischen Spektrum. Er ist aber besonders interessant, weil er viele Eigenfrequenzen verschiedener, komplexer Quantenphänomene enthält. Dafür stehen neuerdings intensive Terahertz-Pulse aus spezialisierten Elektronenbeschleunigerquellen zur Verfügung. Sie bieten nun eine einzigartige Möglichkeit, solch fundamentale Quantenprozesse im Nichtgleichgewicht zu untersuchen.
Free Access
Josef Freudenstein, Manuel Meierhofer, Rupert Huber, Mackillo Kira
Wenn sich Elektronen durch einen Festkörper bewegen, wechselwirken sie laufend miteinander und definieren so wichtige Eigenschaften des Materials. Hochpräzise Kollisionsexperimente erlauben nun erstmals einen scharfen Blick auf die für Festkörper relevanten elektronischen Korrelationen direkt in der Zeitdomäne.
Patricia Pfeiffer, Claus-Dieter Ohl, Simone Meloni
Ähnlich wie ein Stück Papier kann eine Flüssigkeit unter starkem Ziehen aufreißen und dabei Hohlräume oder sogenannte Kavitationsblasen bilden. Interessanterweise ist Wasser in Experimenten weit weniger „reißfest“, als es die Theorie vorhersagt. Mit Experimenten und Simulationen konnten wir zeigen, dass neben den bekannten Störstellen im Wasser auch kleinste flüssige Verunreinigungen die Reißfestigkeit von Wasser verringern können.
Sonja Barkhofen, Benjamin Brecht, Christine Silberhorn
Was Albert Einstein einst „spukhafte Fernwirkung“ nannte, war der Royal Swedish Academy of Sciences den Physiknobelpreis 2022 wert. Durch die Kombination von zeitlichem Multiplexing und kontrollierten Feed-forward-Signalen in einem photonischen Quantenspeicher gelingt die Verschränkung sogenannter Greenberger-Horn-Zeilinger-Zustände von immer mehr Quantenteilchen nun schneller und effizienter.
Open Access
Jan-Christoph Deinert, Sergey Kovalev, Michael Gensch
Der Terahertz-Frequenzbereich umfasst ein technisch wenig erschlossenes Grenzgebiet im elektromagnetischen Spektrum. Er ist aber besonders interessant, weil er viele Eigenfrequenzen verschiedener, komplexer Quantenphänomene enthält. Dafür stehen neuerdings intensive Terahertz-Pulse aus spezialisierten Elektronenbeschleunigerquellen zur Verfügung. Sie bieten nun eine einzigartige Möglichkeit, solch fundamentale Quantenprozesse im Nichtgleichgewicht zu untersuchen.
Open Access
Globale Quantennetzwerke könnten mit einzelnen Atomen als Emitter in optischen Resonatoren realisiert werden. Dies würde eine abhörsichere Kommunikation sowie die Vernetzung von Quantencomputern und Quantensensoren ermöglichen.
Open Access
Manuel Raiwa, Nina Kneip, Clemens Walther, Klaus Wendt
Radioaktive Kontaminationen in der Umwelt lösen in der Bevölkerung oft Angst und Verunsicherung aus. Umso wichtiger ist es, ihren Ursprung schnell und präzise zu finden. Kommt es zur Freisetzung von Kernbrennstoff, bietet eine neue Messmethode die Möglichkeit, Reaktor- und Brennstofftyp anhand von kleinsten Fragmenten mit nur 10 µm Durchmesser zu bestimmen.
Open Access
Über dem Meer weht der Wind stärker und verlässlicher als über Land. So wird für die Energiewende ein großer Beitrag an Offshore-Windenergie erwartet, insbesondere in der Deutschen Bucht. Aber was passiert, wenn eine wachsende Zahl von Windparks der Atmosphäre mehr und mehr Windenergie entziehen?
Der Druck, den die Erde durch ihre eigene Schwerkraft in ihrem Innern erzeugt, ist hoch genug, um die Eigenschaften der chemischen Elemente zu beeinflussen. Wichtige Abgrenzungen innerhalb des schalenartigen Aufbaus der Erde sind durch solche druckinduzierten Änderungen bewirkt, andere, wie die Kruste der Erde und ihr Kern, sind das Ergebnis chemisch-gravimetrischer Absonderungen.Nach einer kurzen Übersicht von Entstehungund Entwicklung der Erde wird dieWirkung des Drucks auf die Minerale imErdinnern und ihre Bedeutung für die Erde im Ganzen besprochen.
Christoph Stolzenberger, Florian Frank, Thomas Trefzger, Thomas Wilhelm, Jochen Kuhn
Eine Technologie, die in der Lehre immer mehr Verbreitung findet, ist Augmented Reality (AR). Nützlich für die Physik ist dabei die Möglichkeit, eine theoretische Modellvorstellung oder Darstellungen davon direkt auf das reale Experiment zu überblenden. So lässt sich eine Verbindung zwischen Modell und Realität herstellen. Die App „PUMA : Spannungslabor“ ermöglicht diese Verknüpfung bei einfachen Stromkreisen.
Ein durch eine Spiralfeder zusammengerollter flacher Papierschlauch wird durch Einblasen von Luft entrollt. Sobald der Luftstrom nachlässt, rollt sich der Schlauch durch die Federkraft wieder auf.
Zu den Schrecken aller Gastgeber zählen Gäste, die gerne mal Weingläser fallen lassen. Dieses Experiment allerdings verspricht einen harmlosen Schrecken ohne Scherben.
Sie war die erste Physikprofessorin Amerikas, musste aber zeitlebens um ihre Stellung kämpfen.
Erzählungen über mögliches Leben auf fremden Planeten lassen uns erstaunen über ein von der Physik ungedachtes Land des inneren Erlebens. Sie ermöglichen, uns von der Natur und den Gedankenwelten anderer Menschen berühren zu lassen.
Free Access

Das ESA-Budget soll um 17 Prozent wachsen. Das beschloss die ESA-Ministerratskonferenz bei ihrem Treffen in Paris.

James-Webb-Weltraumteleskop liefert einzigartige Charakterisierung von WASP-39b.

Neue Methode kann die Erforschung von Planeten oder Fusionsreaktoren erleichtern.

Mission stellt hyperspektrale Daten für viele Anwendungsgebiete kostenfrei zur Verfügung.

Bei der Standortwahl für Teleskope der nächsten Generation muss der anthropogene Klimawandel berücksichtigt werden.

Bodenproben von Ryugu weisen auf eine ereignisreiche Entstehung des Asteroiden hin.

Zwei neu entdeckte Super-Erden sind in der habitablen Zone um ihren kühlen Stern.

Laserexperimente lassen Nanodiamanten entstehen – bei Drücken und einer Elementkomposition wie im Innern von Eisplaneten.

James-Webb-Weltraumteleskop liefert ersten sicheren Nachweis von Kohlendioxid in Exoplaneten-Atmosphäre.

Studie bestätigt theoretisches Szenario von Gasströmen um schwarze Löcher und Protosterne.

Die ersten Farbbilder und regulären wissenschaftlichen Daten des James-Webb-Weltraumteleskops sind veröffentlicht worden.

Rolle der Wolken in der Klimageschichte deutet auf völlige Vereisung der Ozeane im Cryogenium hin.

Die Eigenschaften von Wasser unter extremen Bedingungen wie bei Eismonden und tief in Planeten sind Titelthema der neuen „Physik in unserer Zeit“.
TitelbildWelche Rolle Wasser in der Dynamik des Inneren von Erde und Planeten sowie in vielen astrophysikalischen Prozessen spielt, ist noch weitgehend unklar. Dies liegt hauptsächlich an der Unzugänglichkeit solcher Orte.
Daher kommt Laborexperimenten, die extreme Bedingungen im Inneren
von Planeten und im Weltall zugänglich machen, eine hohe Bedeutung zu. In Kombination mit modernen Methoden zur Aufklärung der Struktur und Dynamik erlauben diese Methoden, Befunde aus der Ferne zu treffen.
Bild: NASA/JPL-Caltech
Free Access
Enrico Ellinger, Leonard Köllenberger, Lisa Schlüter
Neutrinos sind die häufigsten Materieteilchen im Universum. Aber viele ihrer Eigenschaften wie ihre Masse sind bis heute unbekannt. Das Karlsruhe Tritium Neutrino Experiment (KATRIN) stellt nun die neuen Ergebnisse der aufwendigsten Massenbestimmung der Geschichte vor: Neutrinos sind leichter als 0,8 eV, was weniger als einem Fünfhunderttausendstel der Elektronenmasse entspricht.
M. Renee Bellinger, Uwe Hartmann, Michael Winklhofer
Singvögel und Lachsfische sind die bekanntesten Beispiele von Tieren, die sich bei ihren langen Wanderungen auch am Magnetfeld der Erde orientieren. Der Nachweis von kleinen Clustern aus Magnetit in den Sinneszellen von Lachsfischen weist nun auf hochinteressante evolutionäre Entwicklungen, ausgehend von Archäen, hin.
Zunehmende Temperaturen auf der Südhalbkugel des Roten Planeten lassen das Eis auf den Dünen schmelzen.
Florian Kroll, Karl Zeil, Florian-Emanuel Brack, Elke Beyreuther
Durch Hochleistungslaser getriebene Protonenquellen stellen eine interessante Ergänzung zu konventionellen Protonenbeschleunigern dar, insbesondere für die radiobiologische Forschung. Unserem interdisziplinären Forschungsteam ist es erstmals gelungen, eine radiobiologische Kleintierstudie mit laserbeschleunigten Protonen durchzuführen.
Open Access
Thomas Loerting, Hanns-Peter Liermann
Welche Rolle Wasser in der Dynamik des Inneren von Erde und Planeten sowie in vielen astrophysikalischen Prozessen spielt, ist noch weitgehend unklar. Dies liegt hauptsächlich an der Unzugänglichkeit solcher Orte. Daher kommt Laborexperimenten, die extreme Bedingungen im Inneren von Planeten und im Weltall zugänglich machen, eine hohe Bedeutung zu. In Kombination mit modernen Methoden zur Aufklärung der Struktur und Dynamik erlauben diese Methoden, Befunde aus der Ferne zu treffen.
Bild: NASA/JPL-Caltech
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„Tee, Earl Grey, heiß!”: In der Science-Fiction-Serie Star Trek produzieren Replikatoren, in Sekundenschnelle und scheinbar aus dem Nichts, Bauteile und Dinge des täglichen Bedarfs. Der Traum, diese Wundermaschinen zu realisieren, inspiriert Wissenschaft und Industrie seit Langem. Konventionelle 3D-Drucker waren der erste Schritt, doch nun ist eine neue Technologie für die schnelle Erzeugung von Objekten direkt im freien Volumen eines Ausgangsmaterials im Entstehen.
Hagel, Starkwind, Starkniederschläge und Überschwemmungen: Extreme Unwetter werden durch den Klimawandel häufiger. Um sie mit genaueren Wettervorhersagen rechtzeitig erkennen und warnen zu können, benötigt die Meteorologie präzisere Informationen über den Zustand der Atmosphäre. Das ist die Aufgabe der dritten Generation von Meteosat-Wettersatelliten. Der erste Satellit soll im Dezember 2022 gestartet werden.
Open Access
Leopold Mathelitsch, Ivo Verovnik
Bei Musik und Sprache denkt man automatisch an harmonische Klänge. Rauschen ist jedoch ebenfalls ein essentieller Bestandteil, insbesondere beim Sprechen. Es wird sogar medizinisch genutzt. (Foto: © Adobe stock)
Stefan Kirchner, Silke Bühler-Paschen
Vor knapp 90 Jahren wurde der Kondo-Effekt erstmals experimentell beobachtet. Es dauerte 30 Jahre, bis eine theoretische Erklärung gelang. Heute ist Kondo-Physik akueller denn je.
Der erste Nachweis solarer Neutrinos vor 50 Jahren sorgte für ein Rätsel.
Dominik Dorsel, Sebastian Staacks, Heidrun Heinke, Christoph Stampfer, Jochen Kuhn, Thomas Wilhelm
Die Arduino-Bibliothek phyphoxBLE ermöglicht die einfache Übertragung und Darstellung der mit selbst erstellten Sensormodulen gewonnenen Messdaten auf ein Smartphone. Ein Beispiel sind die hier vorgestellten CO2-Monitore. Sie können zur Raumluftüberwachung während einer Pandemie eingesetzt werden, aber auch für naturwissenschaftliche Experimente.
Sein Modell des Magnetismus wird zu einer wissenschaftlichen Erfolgsgeschichte, ohne dass er dies über viele Jahre lang mitbekommt.
Wie wird wissenschaftlich über etwas geschrieben, das nicht in das Weltbild passt?
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Kurz vor Einsetzen der Sternentstehung frieren schwere Moleküle in der zentralen Region einer prästellaren Wolke an Staubkörnern ein.

Heißer Jupiter WASP-121 b zeigt einen exotischen Wasserkreislauf.

Entstehung von Peptiden auf kosmischen Staubkörnern kann schon unter sehr einfachen Bedingungen stattfinden.

Jahresrückblick Sonnensystemforschung und Geophysik 2021.

Exoplaneten waren während ihrer Entstehung nicht von massiven Einschlägen und betroffen.
• 12/2021 • Seite 35 • DPG-MitgliederAktive Fluide zeigen überraschende Eigenschaften vom Strömungsverhalten bis zur Strukturbildung.
Aktive Fluide bestehen aus vielen wechselwirkenden Teilchen, die Energie dissipieren und sich eigenständig fortbewegen können. Die Untersuchung dieser Systeme hat ein spannendes Feld der Physik fernab vom thermodynamischen Gleichgewicht mit völlig neuartigen Phänomenen und Anwendungsfeldern eröffnet.
Wir alle kennen die Eigenschaften einer Flüssigkeit aus dem Alltag: Beim Umrühren beginnt sie zu strömen und erzeugt ein meist recht komplexes Bewegungsmuster. Dieses lässt sich mithilfe der Reynolds-Zahl charakterisieren, welche das Verhältnis von Geschwindigkeit und Längenskala der Strömung zur Viskosität angibt. Bei kleinen Reynolds-Zahlen ist die Strömung meist laminar, bei hohen komplex und turbulent. Turbulente Strömungen treten beispielsweise in der Atmosphäre oder in den Ozeanen auf, wo sie maßgeblich dazu beitragen, Wärme zu verteilen und mit der Strömung transportierte Stoffe zu mischen.
In den vergangenen Jahrzehnten sind aber auch auf der Mikroskala komplexe Strömungsmuster entdeckt worden. So transportieren Strömungen in Zellen biochemische Stoffe. Zudem zeigen Suspensionen von Mikroorganismen – z. B. Bakterien – Strömungsmuster, die an Turbulenz erinnern. Das überrascht zunächst, da die Reynolds-Zahl auf der Mikroskala äußerst klein ist. Bei genauerem Hinsehen handelt es sich jedoch bei den genannten Beispielen nicht um eine Flüssigkeit im klassischen Sinne, sondern um ein aktives Fluid. Denn viele aktive, mikroskopisch kleine Makromoleküle oder Lebewesen „verrühren“ die Flüssigkeit lokal. Die vielen wechselwirkenden Teilchen eines aktiven Fluids können die chemisch oder biologisch zur Verfügung gestellte Energie zur eigenständigen Fortbewegung nutzen. Makroskopische Strömungen treten auf, wenn viele aktive Teilchen sich durch kollektive Wechselwirkungen zumindest lokal in dieselbe Lage ausrichten. (...)
Wissenschaftlich gut beraten; Space Race für die Leinwand; Erde unter Beobachtung; Kostenlos im Bilde
• 11/2021 • Seite 25 • DPG-MitgliederMithilfe von Quantentechnologien lassen sich Prozesse aus der Umwelt analysieren, die über hunderte von Jahren ablaufen.
Die Vorgänge in der Umwelt in allen Details zu verstehen, ist praktisch unmöglich. Um Umweltveränderungen genau zu beobachten, gilt es, mit modernsten Messmethoden alle zugänglichen Informationen zu erschließen. Die Spurenanalyse auf dem Einzel-Atom-Niveau liefert völlig neue Einblicke in grundlegende Prozesse, die in Wasser, Eis oder Permafrost über hunderte von Jahren ablaufen. Dieses Beispiel zeigt, wie moderne quantenoptische Methoden der Umweltforschung neue Möglichkeiten eröffnen.
Quantentechnologie ist heutzutage zwar in aller Munde, aber konkrete Anwendungen sind bislang eher spärlich. Hier wollen wir uns auf eine spezielle Methode konzentrieren, die auf Techniken aus der Quantenphysik basiert: die Atom-Trap-Trace-Analysis (ATTA), die in den letzten Jahren zu neuen Einsichten, vor allem in die Dynamik von Wasser, geführt hat. Dynamik zu verstehen impliziert die Notwendigkeit einer Zeitmessung. Bei Naturvorgängen kann dies nicht etwa eine einfache Stoppuhr leisten. Vielmehr gilt es, auf physikalische Zeitindikatoren zurückzugreifen. Häufig genutzt sind Baumringe, Sediment- oder Eisschichten, in denen die Zeit in charakteristischen Schritten, etwa als Jahresringe, ablesbar ist. Häufig fehlen solche Zeitindikatoren jedoch. Will man zum Beispiel wissen, wann das Wasser aus der Wasserleitung als Regen vom Himmel gefallen ist, hilft das Zählen von Baumringen wenig.
Hier kann eine andere weitverbreitete Datierungsmethode helfen: der radioaktive Zerfall. Es ist eine quantenmechanische Eigenschaft, dass ein atomarer Kern zerfallen kann, wenn die Ruheenergie der Zerfallsprodukte kleiner ist als die Ruheenergie des Kerns. Dieser Prozess tritt zufällig auf und ist daher zeitlich nicht vorhersagbar. Die quantenmechanische Wahrscheinlichkeit, dass der Prozess abläuft, ist allerdings präzise für jedes radioaktive Isotop definiert. Sie ist nicht direkt zu beobachten, sondern experimentell zu bestimmen, indem man viele (strikt: unendlich viele) gleiche Kerne nimmt und sich fragt: Wie lange dauert es, bis die Hälfte der Kerne zerfallen ist? Diese Halbwertszeit ist trotz des intrinsischen Zufalls genau definiert. Es gilt aber aufzuhorchen, denn es erfordert unendlich viele Kerne, die Halbwertszeit exakt zu bestimmen. Wir werden auf diesen Punkt noch zurückkommen. (...)

Neue Erkenntnisse zu den ungewöhnlichen Magnetfeldern von Uranus und Neptun.

Selbstlernenden Algorithmen hilft bei der Suche nach Eis in den lunaren Polregionen.
Matthias Maurer ist bereit für seine erste Mission zur Internationalen Raumstation.
Am European XFEL erweitert die Helmholtz International Beamline for Extreme Fields die Experimentiermöglichkeiten.

Matthias Maurer ist bereit für seine erste Mission zur Internationalen Raumstation. Sein Kollege Thomas Pesquet wird demnächst ISS-Kommandant.
TitelbildFree Access
Stephan Welte, Emanuele Distante, Gerhard Rempe
Alle konventionellen Einzelphotonendetektoren zerstören die Photonen beim Detektionsprozess. Diese Limitierung kann durch neuartige nicht-destruktive Detektoren überwunden werden. Unserer Gruppe am Max-Planck-Institut für Quantenoptik ist es nun gelungen, zwei solche nichtdestruktive Detektoren hintereinanderzuschalten, um ein einzelnes Photon bei seinem Flug durch eine Glasfaser zu verfolgen. Durch die mehrfache Detektion wird sowohl die Detektionseffizienz als auch das Signal-Rausch-Verhältnis stark verbessert. In einem Quantennetzwerk könnte die Technik für die orts- und zeitaufgelöste Überwachung einzelner Photonen verwendet werden.
Vanya Pogorelov, Christian Marciniak, Philipp Schindler, Thomas Monz
Quantencomputer versprechen schnellere Lösungen für viele Probleme. Bisher sind mehrere Prototypen realisiert worden, die jedoch allesamt eine penibel kontrollierte Laborumgebung benötigen. Um wirklich nützlich zu sein, müssen Quantencomputer ihren Weg aus dem Labor und in ein Rechenzentrum finden. Forscher der Universität Innsbruck und das Startup AQT haben nun den ersten Prototypen eines Quantencomputer in einem handelsüblichen Computerschrank demonstriert – und dabei neue Rekorde aufgestellt.
M. Kroner, T. Smoleński, E. Demler, A. Imamoğlu
In einem zweidimensionalen Halbleiter können Elektronen aufgrund ihrer abstoßenden Wechselwirkung in einen regulären Wigner-Kristall kondensieren. Dieser elektronische Kristall kann mittels resonanter optischer Spektroskopie nachgewiesen werden.
Erstmals gelingt die zweifelsfreie Aufnahme einer Staubscheibe um einen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Sie enthält genug Material für bis zu drei Monde von der Größe des Erdmondes.
Am 9. August 2021 hat der Weltklimarat, das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), den Bericht der Arbeitsgruppe I des sechsten Sachstandsberichts veröffentlicht. Dieser fasst den aktuellen Stand des Klimawandels zusammen, basierend auf mehr als 14 000 wissenschaftlichen Studien. Veronika Eyring ist Koordinierende Leitautorin des Kapitels 3 „Der menschliche Einfluss auf das Klimasystem“.
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Seit 2015 die ersten Gravitationswellen beobachtet wurden, hat sich ein bis dahin unbekannter Teil des Universums nach und nach einer neuen Form der Astronomie erschlossen. Nach nunmehr fünf Jahren sind die Signale zahlreicher Doppelsysteme von Schwarzen Löchern und zweier Neutronensternpaare entdeckt worden. Viele Wünsche der wissenschaftlichen Gemeinde haben sich damit erfüllt, aber die Daten hielten auch einige Überraschungen bereit
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Photosynthese versorgt das Leben auf der Erde mit Energie. Allerdings ist der beobachtete Wirkungsgrad der biologischen Energieerzeugung wesentlich geringer als etwa die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie in Photovoltaikanlagen. Warum ist das so? Die Antwort liefert die Thermodynamik – aber nicht so direkt, wie man zunächst vermuten könnte. Zum Verständnis braucht man einen Blick auf das gesamte Ökosystem und wie dieses mit der Atmosphäre Kohlenstoff und Wasser austauscht.
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Das Kilogramm ist die SI-Einheit der Masse und war über nahezu 130 Jahre durch das Urkilogramm definiert. Mit der Neudefinition der SI-Einheiten basiert das Kilogramm nun auf dem Planckschen Wirkungsquantum als Fundamentalkonstante. Um es entsprechend darstellen zu können, wurde parallel zu anderen Methoden die Kibble-Waage entwickelt. Ihre Perfektionierung erforderte einige Jahrzehnte.
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Sigrid Thaller, Richard Močnik, Leopold Mathelitsch
Beim Gewichtheben im Sport ist nicht nur Kraft, sondern auch die Technik essentiell. Auch im Alltag ist das richtige Ausführen des Hebens wichtig, um Abnützungen und Verletzungen zu vermeiden.
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Andreas Schadschneider, Armin Seyfried
Überfüllte Bahnhöfe und Züge, die Organisation von Großveranstaltungen oder die Evakuierung von Stadien oder Theatern: Wenn sich viele Menschen ansammeln, kann es zu Stau und Gedränge kommen. Dann ist die Stauforschung für den Fußgängerverkehr gefragt. Hier hat die Physik in den letzten zwanzig Jahren wichtige Beiträge geliefert.
Stefanie Peter, Pascal Klein, Thomas Wilhelm, Jochen Kuhn
Zu den Sensoren an Bord heutiger Smartphones gehören auch integrierte Barometer. Clever eingesetzt, kann man mit diesen Luftdrucksensoren das Smartphone zur Waage machen.
Solarthermische Kraftwerke können heute kommerziell Solarstrom nach Bedarf produzieren. Zu dieser Technologie formulierten zwei Astronomen von der University of Arizona bereits 1971 eine Vision, die inzwischen recht genau eingetroffen ist. Allerdings waren dafür mehrere Anläufe nötig.
Er bestieg Berge, um den Luftdruck zu messen, und sein ganzes Leben war ein Aufstieg. Heute ist er durch ein Gasgesetz und als ein Pionier der Atomtheorie berühmt.
Um seine sinnesphysiologischen Arbeiten erkenntnistheoretisch zu verstehen, begriff Hermann von Helmholtz Empfindungen als „Zeichen“, die kein Abbild von Objekten sind, sondern wie Wörter einer Sprache gedeutet werden müssen.
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Leichtester per Radialgeschwindigkeitsmessung gefundener Planet hat nur die halbe Masse der Venus.

Hinweise für einen Verlust an dynamischer Stabilität der AMOC.

Auf dem Jupitermond entsteht Wasserdampf durch Sublimation von gefrorenem Wasser.

Phasenübergang einer Wasserschicht auf einem Alkalimetall-Tropfen.
Auch Chinas Mars-Rover ist jetzt auf dem Roten Planeten unterwegs.
Die Internationale Energieagentur beschreibt in einer Roadmap drei Szenarien, von denen eines bis zum Jahr 2050 zu Null Emissionen netto führen soll.
Ob und wie Quanten- und Weltraumforschung in Horizon Europe für Institutionen assoziierter Länder zugänglich werden, steht noch nicht endgültig fest.
Zahlreiche Nobelpreisträgerinnen und -träger und weitere Persönlichkeiten rufen zum Handeln auf, um die globalen Probleme zu bewältigen.

Berechnungen zeigen, dass die Monde auch eine Atmosphäre haben können.

Hochdruckexperimente belegen, dass Ozeane auf Wassereisplaneten Magnesium auslaugen.

Avi Loeb: Außerirdisch, DVA, München 2021, geb., 272 S., 22 €, ISBN 9783421048660

Mögliche superionische Ammoniakphase im Innern von Uranus und Neptun wirft neue Fragen auf.

Hochdruck-Experimente zum Kompressionsverhalten von Eis bringen wichtige Ergebnisse zur Modellierung von Eisplaneten.

Auch kleinere Planeten lassen sich mit kombinierter Methode direkt abbilden.

Mars-ähnliche Bedingungen erweisen sich als durchaus geeignet zur Produktion von Sauerstoff.

Eis XIX hat das gleiche Sauerstoffgitter wie Eis XV, aber eine andere Ordnung der Wasserstoffatome.

Der NASA-Rover Perseverance soll auf dem Mars landen und nach Spuren früheren Lebens suchen. Mit dabei ist erstmals ein Fluggerät.

Ionensonde lieferte die Altersdatierung des Flensburg-Meteoriten.

Die Trappist-1-Planeten könnten aus ähnlichem Material bestehen.

Früh durch radioaktiven Zerfall aufgeheizte innere Planeten spalteten sich von später entstandener äußerer, feuchter Planetenpopulation ab.
Der deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer startet im Herbst zu seiner ISS-Mission „Cosmic Kiss“.

Jahresrückblick Sonnensystemforschung und Geophysik 2020.

Multispektralkamera soll die Temperaturen der globalen Landoberflächen vermessen.

Untersuchung an Venus-Atmosphäre weist auf Schwierigkeiten bei Erforschung von Exoplaneten hin.

Neue Erkenntnisse über die Erdatmosphäre vor 4,5 Milliarden Jahren.

Supererde und Sub-Neptun um roten Zwerg entdeckt.

Simulationen lassen schützende Rolle von Gasriesen für erdähnliche Planeten erwarten.
• 11/2020 • Seite 20 • DPG-MitgliederSelbst in einem so einfachen System wie der Wasserstoffkette im Grundzustand treten unerwartete Vielteilchenphänomene auf.

Mehrere Gewässer unter der Südpolkappe des roten Planeten entdeckt.

Gasförmige Metalle in der Atmosphäre eines ultraheißen Exoplaneten nachgewiesen.

Beobachtungen zeigen: Staubpartikel im All sind mit Eis vermischt.

Klimatische Erwärmung der Luftschichten zeigt stärkste relative Änderungen im Vergleich zu Land und Wasser.

Einzigartige Aufnahmen der Raumsonde Dawn weisen auf aktiven Kryovulkanismus auf Ceres hin.

Heute startet der Marsrover Perseverance an Bord einer Atlas-V-Rakete.

Spiralstruktur in der Scheibe um einen jungen massereichen Stern spricht für paketweisen Zustrom von Gas.

Vor fünf Jahren flog die NASA-Sonde New Horizons an Pluto vorbei und erkundet seitdem weiter den Kuipergürtel.

Der freigelegte Kern von Exoplanet TOI 849 b hat die gleiche Größe wie Neptun.

Komplexe Reaktionen auf dünnem Eis um Staubkörner im Weltall.

Kollisionen für die Diamantform von Ryugu und Bennu verantwortlich.
• 5/2020 • Seite 22Eine neue Messung des elektrischen Dipolmoments des Neutrons halbiert die bisherige Obergrenze und reduziert den systematischen Fehler wesentlich.
• 5/2020 • Seite 28Unter der Eiskruste des Saturnmondes Enceladus könnten einfache Lebensformen existieren.
Flüssiges Wasser, Energie und Bausteine organischer Chemie gelten als Voraussetzung für die Entwicklung des Lebens auf der Erde. Eine Mission zum Saturnmond Enceladus könnte klären, ob dort ebenfalls Leben möglich ist.
Ob die Erde der einzige Ort im Universum ist, an dem es Leben gibt, beschäftigt die Menschheit bis heute so sehr, dass der jüngste Physik-Nobelpreis die Entdeckung eines Exoplaneten um einen sonnenähnlichen Stern auszeichnete. Bei der Suche nach extraterrestrischen Lebensformen geht es zunächst meist darum, flüssiges Wasser zu finden. Daher ist die „habitable Zone“ definiert als der Abstandsbereich, in dem sich ein Planet von seinem Zentralgestirn befinden muss, damit Wasser dauerhaft in flüssiger Form als Voraussetzung für erdähnliches Leben auf der Oberfläche vorliegen kann.
Wasser allein reicht jedoch nicht aus, um Organismen hervorzubringen. Astrobiologen zählen außerdem eine konstante Energiequelle und „biogene“ Elemente, darunter Kohlenstoff, Wasserstoff, Schwefel oder Phosphor, als Grundvoraussetzungen auf. Entsprechend beschreiben auch Evolutionsbiologen das Milieu um die sogenannten Schwarzen und Weißen Raucher am Boden der Tiefsee als das optimale Szenario, in dem wahrscheinlich vor mehr als 3,8 Milliarden Jahren aus leblosen Kohlenstoffverbindungen die ersten, wenngleich noch primitiven Lebensformen des Planeten Erde entstanden.
Bei diesen Rauchern handelt es sich um hydrothermale Quellen, angetrieben durch geologische Aktivität: Heißes, mit alkalinen Elementen und Sulfiden angereichertes Wasser dringt aus der Erdkruste durch das Gestein. Beim Kontakt mit dem kalten, pH-sauren Ozeanwasser fallen die mitgeführten Stoffe aus und bilden die Schornsteine der Raucher. Außerdem entstehen kleine Partikel die – je nach Zusammensetzung – als schwarze oder weiße Wolken aus den Schornsteinen quellen. Solche Umgebungen, in denen Wasser, Energie und Bausteine organischer Chemie vorliegen, gelten als Voraussetzung, um extraterrestrisches Leben zu ermöglichen. Diese Bedingungen könnten auf Exoplaneten vorliegen. Allem Anschein nach finden sie sich aber auch weit außerhalb der habitablen Zone unseres Sonnensystems, beispielsweise auf dem Saturnmond Enceladus. (...)

Ungewöhnliche Entstehung der großen Monde des Planeten Uranus.
• 4/2020 • Seite 16Der experimentelle Nachweis eines Übergangs beim Betazerfall von hilft dabei, die Entwicklung von Sternen mittlerer Masse genauer vorherzusagen.

Mars-Kamera HRSC zeigt von zahlreichen Tälern zerfressenes Gebiet.

Bestimmte Mikroben können unter den auf dem roten Planeten herrschenden Bedingungen überleben.

Viele Monde des äußeren Sonnensystem verfügen über große Mengen an Wasser.

Jahresrückblick Planetenforschung und Geophysik 2019.

Entdeckung eröffnet ein neues Fenster zum endgültigen Schicksal von Planetensystemen.
• 12/2019 • Seite 24Der diesjährige Physik-Nobelpreis würdigt theoretische Entwicklungen in der Kosmologie und die Entdeckung des ersten Exoplaneten um einen sonnenähnlichen Stern.
Der Physik-Nobelpreis wird in diesem Jahr vergeben für Beiträge zum Verständnis der Evolution des Universums und des Platzes der Erde im Kosmos: Eine Hälfte des Preises geht an den kanadischen Kosmologen James Peebles für seine theoretischen Entdeckungen auf dem Gebiet der physikalischen Kosmologie. Die andere Hälfte teilen sich die beiden Schweizer Astronomen Michel Mayor und Didier Queloz für die Entdeckung des ersten extrasolaren Planeten, der einen sonnenähnlichen Stern umkreist.
Jim Peebles hat über viele Jahrzehnte wichtige Beiträge zur Kosmologie und zur großräumigen Struktur des Universums geliefert. Nach dem Grundstudium in seiner Heimat Manitoba in Kanada war er als Graduate Student nach Princeton gegangen. Zusammen mit seinem Doktorvater Robert Dicke sagte Peebles 1965 die Mikrowellenhintergrundstrahlung als „Echo des Urknalls“ vorher [1]. Dies geschah wohl unabhängig von den früheren Arbeiten von Gamow, Alpher und Herman und etwa zeitgleich mit der Entdeckung der 3K-Strahlung, die aus allen Richtungen des Himmels zu uns kommt, durch Arno Penzias und Robert Wilson – eine Leistung, die 1978 mit dem Physik-Nobelpreis gewürdigt wurde. Im Abstract schreibt Peebles: “There is good reason to expect the presence of black-body radiation in an evolutionary cosmology, and it may be possible to observe such radiation directly“. 1970 sagte Peebles zusammen mit Jer Yu – etwa zeitgleich, aber unabhängig von Sunyaev und Zel‘dovich – die Temperaturschwankungen im kosmischen Mikrowellenhintergrund vorher [2]. Deren detaillierte Beobachtung und Berechnung haben entscheidend dazu beigetragen, die Eigenschaften unseres Universums zu verstehen. Damit hatte Peebles ein Fenster in das sehr frühe Universum eröffnet, das experimentell und theoretisch immer präziser untersucht, beschrieben und verstanden wurde. Die Satelliten COBE (Nobelpreis 2006 für John Mather und George Smoot), WMAP und Planck haben dazu großartige Daten geliefert (Abb. 1).
Der Theoretiker Peebles beschäftigte sich zudem mit dem Modell des heißen Urknalls, er dachte nach über die primordiale Nukleosynthese und berechnete, dass in dieser frühen Phase des Universums Helium entstehen und etwa 25 % des Massenbudgets ausmachen sollte. Er war einer der ersten, die sich quantitativ mit der hierarchischen Struktur des Kosmos beschäftigten, und Mitbegründer des kosmologischen Standardmodells, in dem kalte Dunkle Materie die wesentliche Materie-Komponente ausmacht und die Kosmologische Konstante (bzw. Dunkle Energie) die dominante Energieform darstellt [3]. Um die unerwartet kleine Amplitude der Temperaturschwankungen im Universum zu erklären, schlug Peebles 1982 vor, dass die kosmische Materie zum weitaus überwiegenden Teil aus nichtrelativistischen Teilchen bestehen könnte, die nicht mit Licht wechselwirken. Damit trat die kalte Dunkle Materie auf den Plan, ohne die das kosmologische Standardmodell erfolglos wäre. Der Titel seines ersten Buches „Physical Cosmology“ aus dem Jahr 1971 beschreibt den wesentlichen Beitrag von Peebles: Er machte aus der Kosmologie eine quantitative Wissenschaft. Zuvor war die Kosmologie oft etwas abwertend als die Wissenschaft der drei Zahlen bezeichnet worden: Hubble-Konstante H0, Brems- oder Beschleunigungsparameter q0 und Dichteparameter ρ0. Dieses Lehrbuch – wie auch „The Large-Scale Structure of the Universe“ von 1980 und die „Principles of Physical Cosmology“ von 1993 – waren schon zu ihrer Zeit Standardwerke, und sie gehören auch heute noch zum Repertoire jedes Studierenden der Extragalaktik und Kosmologie. Damit hat Peebles das Denken von Generationen von Studierenden und Wissenschaftlern geprägt. Er ist ein Wegbereiter der modernen Kosmologie...
• 12/2019 • Seite 41Seit 20 Jahren beobachtet XMM-Newton die Röntgenstrahlung energiereicher Ereignisse.
Alle Teilgebiete der Astronomie setzen heute Beobachtungen im Röntgenlicht ein. Sie helfen, die Fragen zu beantworten, ob ein Exoplanet bewohnbar ist, wie Neutronensterne und Schwarze Löcher Materie akkretieren und was die Dunkle Materie ist. Da die Erdatmosphäre hochenergetische Strahlung absorbiert, lässt sich der Röntgenhimmel nur vom Weltall aus beobachten, beispielsweise seit 20 Jahren mit dem Röntgenobservatorium XMM-Newton.
Das Röntgenobservatorium XMM-Newton der Europäischen Raumfahrtagentur startete am 10. Dezember 1999 und ist seither zusammen mit Chandra, dem Röntgenobservatorium der NASA, die instrumentelle Basis der Hochenergieastrophysik. Die hohe effektive Sammelfläche von XMM-Newton und die hohe räumliche Auflösung von Chandra ergänzen sich perfekt, um einmal aufgespürte Röntgenquellen im Detail zu untersuchen. Mit XMM-Newton lassen sich Planeten und Kometen im Sonnensystem, aber auch die aktiven galaktischen Kerne weit entfernter Galaxien beobachten. Einen Schwerpunkt bilden dabei heiße Plasmen mit Temperaturen von einigen 105 bis 108 K (Infokasten). Typische Beobachtungsprogramme drehen sich um Fragen zu den heißen Koronen von Sternen, zu kompakten Objekten wie Neutronensternen und Schwarzen Löchern und zu den tiefen Gravitationspotentialen Dunkler Materie in Galaxienhaufen. Darüber hinaus zählt XMM-Newton zu den Wegbereitern der Multiwavelength- oder Multimessenger-Astronomie.
Bereits 2002 waren erstmals gemeinsame Programme mit weiteren Satelliten oder Teleskopen möglich. Heute erlaubt es die Zusammenarbeit mit neun verschiedenen Observatorien, Strahlungsquellen im TeV-, Gamma-, Röntgen-, optischen und Radiobereich gleichzeitig zu beobachten. Dazu gehören insbesondere das Neil Gehrels Swift Observatory, das kurze Beobachtungen im Röntgen- und Gammabereich mit sehr schneller Reaktionszeit erlaubt, und das Nuclear Spectroscopic Telescope Array (NuSTAR) mit einem abbildenden Teleskop für Energien von 3 bis 60 keV. Derzeit steht für gemeinsame Untersuchungen etwa ein Viertel der Beobachtungszeit von XMM-Newton zur Verfügung...

Eine geschmolzene Erde hätte einen um etwa fünf Prozent größeren Radius als eine feste Erde.

Infrarot-Satellit für die Umweltforschung erhält Zuschlag der ESA.

High Resolution Stereo Camera hat bald die gesamte Marsoberfläche in hoher Auflösung erfasst.

Einer von drei neuentdeckten Planeten in nur 31 Lichtjahren Entfernung könnte sogar habitabel sein.

Forscher rekonstruieren Geschichte der Bombardierung mit kosmischen Körpern vor vier Milliarden Jahren.

Zwei erdähnliche Planeten umkreisen Teegardens Stern.
• 7/2019 • Seite 26Interview mit dem Planetologen Ralf Jaumann zur Mondforschung vor und nach Apollo 11
Am 21. Juli 1969 betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Mit Apollo 11 hatten die USA die Sowjetunion in der Raumfahrt überflügelt. Doch das Ende des Wettrennens im Weltraum markiert gleichzeitig eine neue Ära der Erforschung des Mondes und des Sonnensystems.
Welche Erinnerung haben Sie an die erste Mondlandung?
Damals war ich 15 und auf einem Internat. Die Live-Übertragung durften wir nicht sehen. Doch unser Direktor hat die Bedeutung des Ereignisses erkannt und gab uns schulfrei, damit wir am nächsten Morgen die Wiederholung sehen konnten.
Hat das Ihre akademische Laufbahn beeinflusst?
Für mich war vorher schon klar, dass ich etwas Naturwissenschaftliches machen wollte. Die Mondlandung passte zwar gut dazu, war aber letztlich nicht ausschlaggebend dafür, dass ich in der Planetenforschung gelandet bin.
Wie ergab sich das?
Nach meinem Geologiestudium sah es jobmäßig nicht so gut aus. Da ich mich nicht mit dem Gedanken anfreunden konnte, mein Leben auf einer Bohrinsel zu verbringen oder nach Metallen zu schürfen, habe ich eine Promotionsstelle gesucht. Die gab mir die Gelegenheit, mich mit dem Mond zu beschäftigen und ihn ausgiebig von Hawaii aus mit dem Teleskop zu beobachten...

Neues Instrument NEAR sucht das Sternsystem Alpha Centauri nach Exoplaneten in der habitablen Zone ab.

Vor der Bonner Climate Change Conference erneuert die DPG ihre früheren Warnungen vor den Gefahren des menschengemachten Klimawandels.

Neue Analysemethode spürt kleine Exoplaneten, die bisherige Suchen übersehen haben.

Molybdän-Messungen klären die Frage, auf welchem Weg das Wasser zu uns kam.

Heliumtropfen als Medium zur Simulation chemischer Prozesse im Weltall.

ExoMars-Aufnahmen zeigen unter anderem die Landestelle der neuen Marssonde.
• 4/2019 • Seite 29An der National Ignition Facility lassen sich Plasmen erzeugen, welche die Bedingungen im Inneren von Sternen reproduzieren – aber nur für Sekundenbruchteile.
Durch Fusionsreaktionen in Sternen entstehen neue Elemente. Um die Mechanismen dahinter zu verstehen, müssen die Reaktionsraten genau bekannt sein. Allerdings erweist es sich als äußerst aufwändig, die Bedingungen eines stellaren Plasmas im Labor zu reproduzieren. Darüber hinaus stellt die Analyse der messbaren Daten eine enorme Herausforderung dar.
Als Energiequelle von Sternen spielen kernphysikalische Reaktionen und Zerfälle instabiler Isotope eine wichtige Rolle. Sie sind der Motor der Sternentwicklung. Kernreaktionen setzten die Energie frei, um den Stern gegen die Gravitationskräfte zu stabilisieren, die aus seiner gewaltigen Masse resultieren und sonst seinen Kollaps zur Folge hätten. Je schwerer ein Stern ist, desto mehr Energie muss er produzieren: In seinem Inneren herrschen höhere Temperaturen, bei denen die Fusionsprozesse schneller ablaufen können. Deswegen haben schwere Sterne eine kürzere Lebensdauer als leichtere. Die Sternentwicklung läuft in mehreren Phasen ab, die durch unterschiedliche Fusionsbrennstoffe geprägt sind. Während der ersten Phase des Wasserstoffbrennens wandelt sich Wasserstoff über verschiedene Reaktionssequenzen zu Helium um – in dieser Phase befindet sich unsere Sonne gerade.
Ist der Wasserstoff verbraucht, kontrahiert der Stern, Temperatur und Dichte im Inneren steigen an, bis Fusions- und Kernreaktionen mit Helium möglich sind. Die dann freigesetzte Energie stabilisiert den Stern erneut. Allerdings bläht sich dabei die Sternhülle auf, sodass ein Roter Riese entsteht. Ein bekanntes Beispiel ist Betelgeuse (α Orionis). Auf das Heliumbrennen folgt das Kohlenstoffbrennen und um den stellaren Kern bilden sich Hüllen, in denen das dort vorhandene Helium und weiter außen der Wasserstoff fusionieren. Diese Entwicklung setzt sich fort bis zum Aufbau von Eisen im Sterninneren. Hier ist die Bindungsenergie der Kerne am größten, sodass weitere Kernreaktionen Energie benötigen anstatt diese freizusetzen. Deshalb wird der Stern instabil und bricht in sich zusammen, woraus sich eine Supernova entwickelt. (...)

Der Planet soll früher ein vermutlich wärmeres und feuchteres Klima gehabt haben.

Systematische Analyse von Archivdaten durch selbstlernende KI-Programme.

Experiment vom Robotarm der Sonde InSight auf der Oberfläche des roten Planeten abgesetzt.

Zum Gravimeter umfunktionierter Beschleunigungssensor des Rovers weist auf poröse Gesteinsschichten hin.
Die NASA-Sonde InSight ist erfolgreich auf dem Mars gelandet, und die Vorbereitungen für die Messungen haben begonnen.
Planetenforscherinnen und -forscher gründen die „Europlanet Society“.

Jahresrückblick Sonnensystemforschung 2018.

Keramiken aus Mars-typischen Zutaten erweisen sich als überraschend stabil.

Simulationen zeigen, wie viel Wasser auf dem Exoplanaten Proxima Centauri b vorhanden sein könnte.

Exoplanet umkreist Barnards Stern innerhalb von 233 Tagen.

Die Meere haben in den vergangenen 25 Jahren deutlich mehr Wärme aufgenommen als bisher vermutet.

Die NASA beendet die erfolgreiche Kepler-Mission zur Suche nach Exoplaneten.

Je größer ein Planet, desto mehr Wasserstoff und Helium umgibt ihn.

Letzte Messungen der Raumsonde Cassini vor dem Absturz zeichnen reichhaltiges Bild des Saturnsystems.
• 10/2018 • Seite 20Radarmessungen der Mission Mars Express deuten darauf hin, dass es am Südpol des Mars in einer Tiefe von rund 1,5 Kilometern flüssiges Wasser geben könnte.

Radardaten weisen auf einen See aus flüssigem Wasser unter dem kilometerdickem Eis der südlichen Polkappe hin.

In der Frühzeit unseres Trabanten könnte ein Dutzende Millionen Jahre langes Zeitfenster für Habitabilität vorgelegen haben.

Jupitermond Io zieht Polarlicht-Schweif auf seinem Planeten.

Mars-Flusstäler weisen typische Struktur von Erosion durch Starkregen auf.

Random-Forest-Ansatz hilft bei der Analyse von Exoplaneten-Atmosphären.

Rover Curiosity untersucht 3,5 Milliarden Jahre altes Gestein – und den Methangehalt der Atmosphäre.

Europäische Raumsonde Mars Express seit 15 Jahren mit großem Erfolg im Einsatz.

Satellitenmission GRACE Follow-On vor dem Start.

Neue Art von Eis entsteht unter speziellen Herstellungsbedingungen.

Neues Simulationsverfahren stärkt die Einschlaghypothese – mit einem kleineren Asteroiden.
• 4/2018 • Seite 18Neue Messungen und Analysen weisen auf eine felsige Struktur bei den Planeten des Sterns Trappist-1 hin. Die erdähnlichen Planeten könnten Atmosphären sowie flüssiges Wasser auf ihrer Oberfläche besitzen.

Gebunden rotierende Planeten können ihre Drehachse ändern, sofern sie geologisch aktiv sind.

Wasserrecycling kann Exoplaneten vor Verlust des wichtigen Rohstoffs schützen.

Einige der Gesteinsplaneten könnten mehr Wasser enthalten als die Erde.

Jahresrückblick Sonnensystemforschung 2017.

Exo-Neptun in habitabler Zone um nahen Zwergstern entdeckt.

Elektromagnetische Induktion kann Planeteninneres zum Schmelzen bringen.
• 11/2017 • Seite 28Interview mit dem deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst, der 2018 zu seiner zweiten Mission auf die ISS aufbrechen wird.
2009 wurde der deutsche Geophysiker Alexander Gerst (41) aus über 8000 Bewerbern als neuer ESA-Astronaut ausgewählt. Fünf Jahre später absolvierte er mit „Blue Dot“ seine erste Mission auf der internationalen Raumstation ISS. 2018 wird er zur Mission „Horizons“ aufbrechen und in der zweiten Hälfte als Kommandant fungieren.
Was ist Ihnen von „Blue Dot“ in Erinnerung geblieben?
Zum einen der Blick auf die Erde von dort oben, der ist einzigartig und unvergesslich! Zum anderen die wissenschaftliche Arbeit und die Freundschaft zwischen den Mannschaftsmitgliedern. Es ist eine besondere Erfahrung, ein halbes Jahr auf einer Raumstation zu verbringen und so erfolgreich zusammen zu arbeiten.
Da gab es keine Streitereien?
Das könnte es an sich zwar geben, aber wir trainieren vorher über Jahre als Mannschaft zusammen. Im Zuge der Vorbereitung verbringen wir viel Zeit miteinander, unter anderem bei minus 30 Grad im Wald beim Überlebenstraining in Russland. Wenn es da ernste Spannungen gäbe, hätten wir das vorher gemerkt und daran arbeiten können...
647. WE-Heraeus-Seminar

Aufheizprozesse im solaren Urnebel sorgten für die optimale Zufuhr an Kohlenstoff für die Entwicklung irdischen Lebens.

Erstmalig Titanoxid in der Atmosphäre eines Exoplaneten nachgewiesen.
• 10/2017 • Seite 35Neue experimentelle Methoden und die Entdeckung erdähnlicher Exoplaneten bieten vielversprechende Ansätze, um der Entstehung des Lebens auf die Spur zu kommen.
Die Frage nach dem Ursprung des Lebens ist alt und trotz vieler Ansätze noch unbeantwortet. Die Entdeckung extrasolarer Gesteinsplaneten hat das Interesse daran neu entfacht und in einen astronomischen Kontext gestellt. Neue Konzepte, um den Übergang von lebloser zu lebender Materie zu verstehen, erfordern es, physikalische und chemische Perspektiven stärker zu berücksichtigen.
Die Entstehung des Lebens auf der Erde und möglicherweise auf anderen erdähnlichen (terrestrischen) Planeten steht am Ende einer langen Kette von Entwicklungsprozessen im Universum, von der Bildung der Galaxien bis hin zur Entstehung von Sternen und der mit ihnen verbundenen Planetensysteme [1, 2]. Die Entwicklung von Sternen hängt wiederum unmittelbar mit der Kernsynthese der für das Leben notwendigen Elemente zusammen, seien es Kohlenstoff, Sauerstoff und Stickstoff oder Phosphor und Schwefel. Zusammen mit Wasserstoff bilden sie die Grundelemente für die DNA, welche die Erbinformation trägt, und die in Proteinen vorkommenden Aminosäuren.
Unterdessen deuten viele astronomische Beobachtungen darauf hin, dass die Mehrzahl der Planeten Gesteinsplaneten sind, wie etwa der kürzlich um den sonnennächsten Stern Proxima Centauri entdeckte Planet [3] (Abb. 1). Dieser gehört zu einer Handvoll bislang entdeckter Gesteinsplaneten, die sich in der „bewohnbaren“ Zone befinden (Abb. 2), also dort, wo flüssiges Wasser existieren könnte. Proxima Centauri (Spektralklasse M6) ist allerdings ein sehr aktiver Stern, sodass unklar bleibt, ob tatsächlich Wasser auf dem Planeten existieren kann...
• 10/2017 • Seite 41Die faszinierenden Eigenschaften von Wasser lassen sich nicht allein durch die Existenz von Wasserstoffbrückenbindungen erklären.
Der einfache Aufbau von Wassermolekülen aus einem Sauerstoffatom und zwei Wasserstoffatomen lässt nicht ahnen, wie zahlreich die Anomalien des Wassers sind. Die Fähigkeit, Wasserstoffbrückenbindungen aufzubauen, reicht nicht aus, um alle Besonderheiten zu erklären. Erst das Einbeziehen des komplizierten Zusammenspiels mit weiteren Eigenschaften des Moleküls erlaubt ein tieferes Verständnis.
Wasser ist auf unserem Planeten allgegenwärtig und zugleich die einzige Substanz, die unter natürlichen Bedingungen in allen drei Aggregatzuständen existiert. Wasser ist die Grundlage unseres Lebens und beeinflusst es auf globalen und mikroskopischen Skalen. Es bedeckt mehr als 70 Prozent der Erde – in Form von Ozeanen, Seen, Flüssen, Gletschern und den Eiskappen sowie als Grundwasser. Das weitgehend ausgeglichene Klima unserer Erde beruht auf seiner hohen Wärmekapazität. Die Atmosphäre enthält nur einen geringen Anteil von etwa 10–5 des gesamten Wassers als Dampf, Wolken oder Regentropfen. Weil dieses Wasser 37-mal pro Jahr ausgetauscht wird, ergibt sich eine enorme Regenmenge von 2,2 1014 m3 [1]. Das entspricht einer gleichmäßigen Überdeckung der Erdoberfläche mit einer Wasserschicht von 44 cm. Der Wasseraustausch beeinflusst das Wetter maßgeblich und versorgt Pflanzen als Regen mit der für das Wachsen und Überleben notwendigen Wassermenge. Kontinuierlich greift der Niederschlag geologische Strukturen und menschliche Bauten bis hin zur Zersetzung an.
Die enorme Bedeutung von Wasser für die Biosphäre verdeutlicht bereits der hohe Wasseranteil von Lebewesen. Wir Menschen bestehen im Mittel aus bis zu 70 Prozent Wasser, bei wirbellosen Meerestieren steigt dieser Anteil auf bis zu 96 Prozent. Molekulare Lebensvorgänge verlaufen nahezu ausschließlich in wässriger Phase. Dabei ist Wasser nicht nur neutrales Medium, in dem spezifische Partner chemisch reagieren, während seine große Wärmekapazität und Verdampfungswärme für optimale Temperaturen sorgen. Vielmehr beeinflussen seine speziellen Eigenschaften biologische Strukturen wie die Doppelhelixstruktur der DNS und die Konformation von Proteinen, sodass es eine wesentliche Komponente in der Wirkungsweise von Lebensvorgängen auf molekularer und zellulärer Ebene darstellt...

Hoher Druck im Innern von neptunähnlichen Planeten sorgt für Entstehung von Diamanten.

Erstmals gelingt die vollständige Vermessung der Helizität von Wasserwirbeln.

Analysen von Mondgestein und spektroskopische Daten belegen überraschend hohen allgemeinen Wasseranteil.

67P/Churyumov-Gerasimenko zeigt Verbindung zwischen Kometen und Erdatmosphäre.

Vergleich von Flusstälern auf Erde, Mars und dem Saturnmond Titan gibt Hinweise auf deren geologische Entwicklung.

Oberfläche von Proxima Centauri B lebensfreundlicher als bislang angenommen.
• 6/2017 • Seite 29Was kann uns Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko über seine Bildungsprozesse verraten?
Schon immer haben Kometen mit ihrem langen Staubschweif die Menschheit begeistert. Dank moderner Beobachtungstechniken und himmelsmechanischer Rechnungen wissen wir heute sehr viel mehr über sie als in historischer Zeit, in der sie als Unheilsbringer galten. Heutzutage betrachten wir Kometen als Teil des Inventars und der Geschichte unseres Sonnensystems. Aus ihrer Erforschung können wir viel über die Entstehung unserer Heimatwelt lernen. Die Rosetta-Mission zum Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko hat einen reichen Schatz an Daten geliefert.
Kometenkerne sind wenige Kilometer große Himmelskörper, die bei Annäherung an die Sonne aufgrund der Sublimation volatiler Eise lange Staub- und Gasschweife ausbilden (Abb. 1). Sie zählen zu den ursprünglichsten Bausteinen des Sonnensystems, weil sie zum einen so klein sind, dass das Material weder durch sein Eigengewicht wesentlich verdichtet noch durch den Zerfall radioaktiver Isotope aufgeschmolzen wurde. Zum anderen hielten sie sich die meiste Zeit seit ihrer Entstehung vor etwa 4,6 Milliarden Jahren so weit entfernt von der Sonne auf, dass hochflüchtige Substanzen in ihnen konserviert wurden und kaum Kollisionen mit anderen Himmelskörpern stattgefunden haben. Diese Bedingungen machen die Kometen zu einem einzigartigen Modellsystem für die Entstehungsphase unseres Sonnensystems.
Werden Kometen beispielsweise durch gravitative Wechselwirkung mit Jupiter ins innere Sonnensystem gestreut, sind sie dort nur eine kurzzeitige Erscheinung, denn sie verlieren pro Umlauf um die Sonne erheblich an Material oder gelangen durch gravitative Wechselwirkung mit einem Planeten wieder in die schwer zugänglichen Außenbereiche unseres Sonnensystems. Bisherige kurze Vorbeiflüge von Raumsonden an Kometenkernen lieferten erste Bilder dieser bizarren Welten, erlaubten aber keine systematischen Untersuchungen der Physik und Chemie, der Aktivitätsquellen, des inneren Aufbaus, der Entstehung und der zeitlichen Entwicklung von Kometen. Erst die ehrgeizige ESA-Mission Rosetta versprach tiefere Einblicke in die Frühzeit unseres Sonnensystems (Infokasten). Die Rosetta-Sonde begleitete den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko (kurz 67P genannt) zwei Jahre lang auf seiner Bahn ins innere Sonnensystem und über den sonnennächsten Punkt hinweg wieder hinaus in die Tiefen des Weltalls. Dieser Artikel fasst die Erkenntnisse zusammen, die sich bislang über die Entstehung von 67P gewinnen ließen...

Super-Erde in lebensfreundlicher Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern entdeckt.

Sieben erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima umkreisen vierzig Lichtjahre entfernten Stern.

Neuartige Folie nutzt Infrarotfenster der Atmosphäre, um Objekte unter Umgebungstemperatur zu kühlen.

Raumfahrtvisionäre planen interstellare Mission zu unserem Nachbarstern.

Isotopenmessungen an Meteoriten widersprechen Kometen-Hypothese.

Laborexperiment modelliert erstmals Tiefenströmungen auf jupiterähnlichen Planeten.

Unterirdischer Wasserkreislauf führt Wasser an die Oberfläche zurück.

B. Mackowiak: Die Erforschung der Exoplaneten – Auf der Suche nach den Schwesterwelten des Sonnensystems, Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart, 2015, 176 S., broschiert, 24,99 €, ISBN 9783440146118

Kamera CaSSIS näherte sich der Oberfläche auf bis zu 250 Kilometer an.

Neue Erkenntnisse zu Entwicklung der Nordmeere in Warmzeiten.

Neugegründete Deutsche Astrobiologische Gesellschaft widmet sich der Entstehung von Lebewesen.

Simulationen zeigen Wasseranteil von mehr als zehn Prozent.
• 11/2016 • Seite 22In der habitablen Zone von Proxima Centauri wurde ein Planet mit einer erdähnlichen Masse entdeckt.

Dritter deutscher CanSat-Wettbewerb startet am 26. September in Bremen.

Planet befindet sich in einer habitablen Zone und könnte Bedingungen für flüssiges Wasser erfüllen.